Jordanien Highlights: Das musst Du gesehen haben!

Jordanien Highlights: Das musst Du gesehen haben!

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“Welcome to Jordan!” Selten habe ich in einem Land so viel Freundlichkeit und Gastfreundschaft erfahren wie in Jordanien.

Eine spontane Einladung zum Tee bei Hirten, denen wir auf einer Wanderung begegnen. Polizisten, die uns bei der Kontrolle Süßigkeiten schenken. Ein junger Mann, der das Flugzeug für uns aufhält als ich beim Gehetze durch den Frankfurter Flughafen meinen Boarding Pass verliere. Das sind nur drei der unzähligen tollen Begegnungen, die wir auf dieser Reise machen durften. Die Menschen in Jordanien sind für mich definitiv eines der Highlight des Landes.

Meine ortsbezogenen Jordanien Highlights, die schönsten Orte und Erlebnisse liest Du im Folgenden:

Unter Beduinen im Dana Biosphere Reserve

Wenn ich an Dana zurückdenke, dann schießen mir sofort Gedanken von gemütlichen Stunden am warmen Ofen mit einem ständig gefüllten Glas süßen Tee, ein Sprach-Crashkurs Arabisch sowie eine spontane Einladung von Hirten zu einer Runde Tee in den Kopf. Hier machten wir erstmals Bekanntschaft mit der unglaublichen Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Jordanier. Dazu kommt die wunderschöne, zerklüftete Landschaft des Dana Biosphere Reserve, die wir von unserem Beduinencamp überblicken konnten und am nächsten Tag bewanderten. Das Dana Biosphere Reserve ist Jordaniens größtes Naturreservat mit einer Größe von 308 Quadratkilometern. Neben einer unglaublichen Artenvielfalt mit mehr als 800 Pflanzenarten, 200 Vogelarten und knapp 40 Säugetierarten weißt das Dana Biosphere Reserve interessante archäologische Befunde der verschiedensten Epochen bis hin zur Altsteinzeit auf.

 

Tipps für das Dana Biosphere Reserve

  • Unbedingt wandern gehen! Dies ist im Dana Biosphere Reserve nur mit einem Guide möglich. Was vielleicht auch besser so ist, angesehen der riesigen Größe des Biosphärenreservats.
  • Viele Unterkünfte bieten geführte Wanderungen an oder vermitteln diese. Wir haben im Al Nawatef Camp übernachtet und mit einem der Beduinen dort eine Wanderung unternommen. Inklusive Einladung zum Tee bei Hirten.

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Die magische Hauptstadt des Nabatäer-Reichs Petra

Selten habe ich mich an einem Ort gleichzeitig so klein und ehrfürchtig gefühlt wie in Petra. Die Geschichte Petras klingt ein wenig nach Indiana Jones, nur dass diese nicht erfunden sondern real ist. Sie erzählt von der Hochkultur der Nabatäer, die über den Handel mit Weihrauch, Myrrhe und Gewürye zu extremer Macht und Reichtum gelangten bis ein Erdbeben den Großteil der Stadt zerstörten und eine Änderung der Handelsrouten Petra die Wichtigkeit nahm. Petra geriet in Vergessenheit und wurde zum Mythos. Über Jahrhunderte (circa ab dem 7. Jahrhundert) hielten die Einheimischen die Existenz der Nabatäer-Stadt geheim bis ein Schweizer 1812 auf Pilgerreise dem Mythos auf den Grund ging und auf eine eindringliche Bitte hin einen Einheimischen dazu brachte, ihn nach Petra zu führen. Nach seiner Reise teilte er seine Entdeckungen mit der westlichen Welt und begründete so die Wiederentdeckung Petras. Seit 1985 zählt Petra zum UNESCO Weltkulturerbe und wurde 2007 zu einer der 7 neuen Weltwunder gekürt.

 

Die Nachlassenschaft der Nabatäer ist gewaltig. Das wird bereits beim Zugang zu Petra deutlich, der über den Siq, einen schmalen Durchgang durch eine hoch aufragende Schlucht, erfolgt. Neben dem Weg führt eine (inzwischen trockene) Frischwasserrinne als stiller Zeuge dessen, wie weit entwickelt die Nabatäer bereits waren. Nach 2 kurvigen Kilometern öffnet sich plötzlich die Schlucht und es verschlägt einem die Sprache – denn man steht vor dem Schatzhaus, dem wohl bekanntesten Gebäude Petras. Die prunkvolle Fassade lässt vermuten, dass sich viel dahinter verbirgt. In Wahrheit besteht das Schatzhaus hauptsächlich aus Fassade und einem relativ kleinen Raum, welcher als königliche Gruft diente.

Nach dem Schatzhaus weitet sich die Schlucht zu einem Tal. Hier lag die eigentliche Stadt, deren Häuser und Tempel meisterlich in den Stein gehauen wurden. Was viele nicht wissen: Nur ein klitzekleiner Teil des tatsächlichen Petras ist sichtbar, man schätzt 15%, circa. 85% der Stadt bleibt bisher unter der Erdoberfläche verborgen. Ein weiteres absolutes Highlight ist das Kloster Ad Deir, welches nur über 800 schweißtreibende Stufen erreichbar ist. Die Mühe wird mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt, welche man am besten mit einem kalten, frisch-gepressten Granatapfel-Orangensaft genießt, welcher dort verkauft wird.

 

Unvergesslich ist auch “Petra by Night”, welches jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag stattfindet. 1.500 in braune Papiertüten gehüllte Kerzen beleuchten den 2 km langen Weg durch den Siq zum Schatzhaus.

 

Tipps für Petra

  • Nimm Dir mindestens 2, wenn nicht 3 Tage Zeit für Petra, das Gelände ist riesig und es gibt so viel zu entdecken. Zudem ist der Preisunterschied zwischen einen 1- und einem 2- Tagesticket so gering, dass sich ein 2-Tagesticket auf jeden Fall lohnt. Das 1-Tagesticket kostet 50 JOD, das Ticket für 2 Tage 55 JOD und das Ticket für 3 Tage 60 JOD. Mehr Info zu den Preisen gibt es hier.
  • Wenn Du wie wir längere Zeit in Jordanien verbringst dann lohnt sich für Dich der Jordan Pass. Dieser enthält den Eintritt zu großen Attraktionen wie Petra, Wadi Rum, Jerash und vielen mehr (vollständige Übersicht siehe hier) sowie den Visa Fee bei Einreise (bei Kauf vorab und einem minimalen Aufenthalt von 3 Nächten. Abhängig von der Anzahl an Tagen, die Du Petra besuchen möchtest kostet der Jordan Pass 70 JOD (1 Tag Petra), 75 JOD (2 Tage Petra) oder 80 JOD (3 Tage Petra). Mehr zum Jordan Pass erfährst Du hier.
  • Den schönsten Aussichtspunkt über das Schatzhaus erreicht man über den Al Kubtha Trail
  • Es gibt keine vollständige Karte aller möglicher Wanderrouten, am Besten fährt man mit einer deutschen in Kombination mit einer chinesischen Karte (am Eingang erhältlich)
  • Zur Grundausrüstung für Petra gehören bequeme Trekking-, Wander- oder Sportschuhe, denn das Laufpensum ist enorm. Darüber hinaus solltest Du Dich gut mit Wasser, Snacks, Kopfbedeckung und Sonnenschutz eindecken
  • Petra by Night findet jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag Abend von 20:30 bis 22:30 Uhr statt und kostet 17 JOD pro Person. Karten kann man am beim Visitor Centre kaufen.

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Aussichtspunkt den man über den Al Kubtha Trail erreicht

In den Weiten der Wüste Wadi Rum

Mit flatternden Haaren sitzen wir auf der Rückbänken unseres Jeeps, die Sonne vor, eine Staubwolke hinter uns. Mit unserem Fahrer brettern wir durch die jordanische Wadi Rum, eine Wüste, die noch heute von Beduinen bewohnt wird. Die Stopps unterwegs führen uns zu mehreren natürlichen Felsbrücken, einer roten Sanddüne, dem Haus von Lawrence of Arabia, Felszeichnungen der Nabatäer und einer Schlucht, die wir durchwandern. Am Ende der kurzweiligen Tour wartet unser Beduinencamp, eingeschlossen von beeindruckenden rostbraunen Felsen, auf uns. Doch wir verweilen nicht lange. Nach dem obligatorischen süßen Begrüßungstee machen wir uns auf zu einem naheliegender Felsen, welcher anscheinend der absolute Hotspot zum Sonnenuntergang ist. Und das zu Recht! Nach einem wirklich magischen Sonnenuntergang kehren wir zurück ins Camp, wo alsbald das Abendessen, nach Beduinenart im Erdofen geschmortes Hühnchen und Gemüse mit Reis aufgetischt wird. Noch lange sitzen wir mit den anderen Gästen des Camps zusammen und schlürfen den süßen, warmen Tee bevor wir in unsere Zelte krabbeln. Der nächste Morgen beginnt früh, denn wir haben uns vorgenommen, den Sonnenaufgang zu sehen. Barfuß klettern wir auf den Felsen oberhalb unseres Camps und genießen einen unglaublichen Ausblick auf die umliegende Wüste, das Camp und zuletzt die langsam am Horizont aufgehende Sonne. Nach dem Frühstück ist unser Ausflug in die Wüste leider schon wieder vorbei – aber die Erinnerungen daran bleiben unvergessen.

 

Tipps für die Wadi Rum Wüste

  • Es gibt unzählige Anbieter, die Kombinationen von Jeep-/ Wander- oder Kameltour und Übernachtung in der Wüste anbieten. Wir haben uns für eine 4-stündige Jeeptour in Kombi mit einer Nacht im Beduinencamp bei Wadi Rum Sky entschieden. Kosten für Jeeptour, Abendessen, Übernachtung und Frühstück: 45 JOD
  • Zu Schutz und Erhaltung des Naturraums der Wadi Rum sowie zur Unterstützung der Beduinengemeinschaften wird am Eingang (Visitor Centre) zu Wadi Rum eine Gebühr von 5 JOD pro Person erhoben. Besitzer des Jordan Pass erhalten gratis Eintritt (mehr Info hierzu bei Tipps für Petra oben).
  • Unbedingt den Sonnenauf- und untergang anschauen. Nachtschwärmer werden sich über die idealen Bedingungen zum Sternengucken freuen.

 

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Schwebend im Toten Meer

Witzig fand ich sie immer, die Fotos, die Menschen beim Zeitungslesen im Toten Meer zeigten. Aber so richtig vorstellen konnte ich mir das nicht. Die Stelle, die wir für unser erstes Bad im Toten Meer wählten war komplett naturbelassen. Das bedeutet, dass nicht nur große Steine sondern auch spitze Salzklumpen den Einstieg erschwerten. Nachdem wir uns allerdings bis etwas über Knietiefe vorgearbeitet hatten ließen wir uns langsam auf unseren Hintern und dann Rücken gleiten, schwupp zog es auf einmal die Füße nach oben – und wir schwebten. Ein komisches, ungewohntes Gefühl. Aber irgendwie echt cool! Fun Facts: Das Toten Meeres bezeichnet mit 423 m unter Normalnull den tiefsten Ort der Erde und ist gleichzeitig das salzhaltigste Binnengewässer mit bis zu 33% Salzgehalt.

 

Tipps für das Bad im Toten Meer

  • Badeschuhe sorgen für einen unbeschwerten Einstieg. Ansonsten: Gut aufpassen, wohin man tritt. Die Salzkristalle sehen nämlich schön aus, sind aber auch höllisch scharf. Und manche wissen es vielleicht: Offene Wunden brennen ziemlich im Salzwasser. Das ist im Toten Meer auch nicht anders.

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Canyoning-Abenteuer in Wadi Mujib

Canyoning ist gleichbedeutend mit Abenteuer. Und das ist es wirklich! Wadi Mujib ist eine spektakuläre Felsschlucht, deren Fluss in das Tote Meer mündet und wurde 2011 von der UNESCO zum Biosphärenreservat gekürt. Die natürlichen Felsvorsprünge, Höhenunterschiede und Wasserfälle bilden die idealen Voraussetzungen für alle Canyoning-Freunde – und die, die es werden wollen. Für mich bis dato unbekannt ist, dass man Canyoning auf eigene Faust machen kann. Der “Siq Trail” führt vom Wadi Mujib Visitor Centre flussaufwärts immer tiefer in die Schlucht hinein, bis man über einige, teilweise sehr herausfordernde Kletterpartien schließlich am großen Wasserfall angekommen ist. An den besonders kniffligen Stellen hilft ein Mitarbeiter des Biosphärenreservats aus. Ein riesiger Spaß, vor allem das Wasserfall-Rutschen!

 

Tipps für Wadi Mujib

  • Der Siq Trail ist von 1. April bis 31. Oktober geöffnet und seine Begehung kostet 21 JOD pro Person. Er kann auf Wunsch geführt oder auf eigene Faust begangen werden. Zudem sind noch andere, geführte Routen möglich, manche davon beinhalten Abseilen.
  • Man sollte den Siq Trail nicht unterschätzen. Überall warten Untiefen im Fluss und man muss höllisch aufpassen nicht auszurutschen oder umzuknicken. Gute Schuhe sind Gold wert. Wer keine geeigneten Turn- oder Wasserschuhe besitzt kann welche im Visitor Centre ausleihen. Jeder, der den Siq Trail geht, bekommt eine Schwimmweste gestellt.
  • Du solltest davon ausgehen, dass Du von Kopf bis Fuß nass wirst, dementsprechend gekleidet sein und Wertsachen entweder im Auto hinterlassen oder einschließen.

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Grüne Pracht im Ajloun Forest Reserve

Jordanien ist nicht grün? Falsch! Das grüne Herz Jordaniens schlägt in Ajloun. Und zwar auf 1.200 m Höhe. Die mediterran anmutenden Hügel des Ajloun Forest Reserve mit Pinien, Wilder Pistazie, Erdbeer-, und Johannisbrotbäumen sowie Steineichen erstrecken sich über 13 Quadratkilometer. Als wir die Autotüre öffnen empfängt uns – verglichen mit dem Toten Meer – Kälte, 16 Grad Temperaturunterschied um genau zu sein. Aber auch Grün, soweit das Auge reicht, eine echte Wohltat für das Auge, und der wunderbar würzige Duft nach Thymian und Salbei.

Tipps für das Ajloun Forest Reserve

  • Lediglich der kurze, 2 km lange Roe Deer Trail kann auf eigene Faust zurückgelegt werden. Da uns nicht mehr so viel Zeit blieb, haben wir nur diesen Trail absolviert, andere, geführte Trails können im Ajloun Forest Reserve gebucht werden. Mehr Info zu allen Trails hier.

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Die am besten erhaltene römische Stadt außerhalb Italiens Jerash

Jerash (das antike Gerasa) blickt aufgrund seiner Lage in einer fruchtbaren Gegend auf eine lange Geschichte zurück – die erste nachgewiesene Besiedelung war bereits in der Bronzezeit. Nach der Eroberung durch die Römer im Jahr 63 vor unserer Zeitrechnung prosperierte die Stadt als Handelszentrum zwischen Damaskus und Petra und gehörte zum Städtebund der Dekapolis. Dies änderte sich erst nach einem starken Erdbeben im Jahr 746, welches die Stadt zerstörte. Nach einer kurzen Besiedelung der Kreuzritter verschwand die Stadt in der Bedeutungslosigkeit und wurde erst nach der Unabhängigkeit Jordaniens wieder besiedelt. Das moderne Jerash breitet sich außerhalb der nördlichen Stadtmauer aus. Die Überreste von Gerasa wurden erst in den letzten 70 Jahren wieder großflächig freigelegt und sind in sehr gutem Zustand. Vor allem die säulengesäumten Straßen, das Forum und das Theater vermitteln einen tollen Eindruck über das Leben in der damaligen Zeit.

 

Tipps für Jerash

  • Der Eintritt zur archäologischen Ausgrabungsstätte von Gerasa kostet 10 JOD pro Person. Eigentümer des Jordan Pass erhalten gratis Eintritt (mehr Info hierzu bei “Tipps für Petra oben).

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Welches dieser Jordanien Highlights hat Dir am besten gefallen? Hast Du noch Fragen oder Anmerkungen? Lass es mich wissen!

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Kerstin
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Kerstin hat schon früh gemerkt, dass es sich lohnt, über den “Tellerrand” hinaus zu blicken und ihr Herz inzwischen an viele Orte verloren. Auf paradise-found.de schreibt sie von ihren Reiseerlebnissen, (versteckten) Lieblingsorten und gibt wertvolle Reisetipps.

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