Regenbogen

Meine 6 Lieblingsmomente in der Mongolei

eingetragen in: Allgemein, Asien, Mongolei 5

Meine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn führte mich letztes Jahr eine Woche in die Mongolei. Ein wunderschönes, abwechslungsreiches, freundliches und noch so unerschlossenes Land. Ein Land, das berührt. Hier findest Du meine 6 Lieblingsmomente in der Mongolei:

1. Wiedersehen

Nachdem ich 3 Wochen alleine durch Russland gereist war, kam ich am 22. Juli um 5:40 Uhr morgens am Bahnhof von Ulan Bator an. Dort wurde ich bereits erwartet, zusammen mit meinem Gepäck in ein kleines Auto verfrachtet und durch den morgendlichen Verkehr zu einer kleinen Wohnung gebracht. Der Moment, als sich die Wohnungstüre endlich öffnete und mein Freund vor mir stand war gleichzeitig wunderschön und unwirklich. Wie oft passiert es einem, dass man einen geliebten Menschen in einer Wohnung in einem Hochhaus inmitten von Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei wiedertrifft? Wiedersehen in der Mongolei

2. Sonnenuntergang

Unsere erste Nacht verbrachten wir bei einer Nomadenfamilie in der Nähe des Baga Gazrin Chuluu. Viele Nomadenfamilien besitzen zusätzliche Jurtenzelte (auf mongolisch: Ger) und vermieten diese an Touristen. Bei Ankunft an unserem Nachtlager wurden wir mit großem Hallo empfangen – eine Gruppe australischer Frauen wohnte in unserem Nachbarzelt. Als diese hörten, dass wir seit unserm Work&Travel-Jahr in Australien große Fans von Land und Leute sind wurden wir direkt zur Tea Time in die Jurte eingeladen. Wir erfuhren, dass alle Frauen zwischen 69 und 82 Jahren alt sind, ihre Männer schön zuhause gelassen haben und nun zusammen 3 Wochen die Mongolei unsicher machen. Echt bemerkenswert! Den Rest des Abends verbrachten wir zusammen und schwelgten in Reiseerzählungen, eine abenteuerlicher und lustiger als die andere. Mein Lieblingsmoment an diesem schönen Abend war der Sonnenuntergang. Wir stiegen auf eine Anhöhe hinauf und genossen von dort aus den Blick auf die wunderbare Landschaft, unsere Jurtenzelte und im Hintergrund die untergehende Sonne. Und das alles in der Gesellschaft toller und interssanter Menschen. Begegnungen, die berühren, das machte für mich diesen Moment zu einem Lieblingsmoment.

Sonnenuntergang Baga Gazrin Chuluu3. Übernachtung in einer mongolischen Jurte

Schon lange vor dieser Reise hatte ich mir ausgemalt wie es wohl wäre in einer echten Jurte zu übernachten. Unsere erste Nacht in der Mongolei verbrachten wir in einer hübschen Jurte mit buntverzierten Schränkchen und Decken, nur eine Zeltwand von der Natur entfernt. Die Grillen zirpten und durch das Loch in der Mitte der Zeltdecke konnte man den funkelnden Sternenhimmel erspähen. In häuslicher Kulisse und doch so nahe an der Natur zu sein, ein schönes, behagliches Gefühl.

Jurtenzelt

4. Zu Gast in der Mongolei

An unserem zweiten Tag machten wir mittags Rast bei einer befreundeten Familie unseres Fahrers. Wie üblich wurden wir zu einem Willkommensgetränk, einer Schale mit Pferdemilch, in die Jurte eingeladen. Die Kinder – zuhause, da momentan Schulferien waren – beäugten uns Fremdlinge neugierig aber freundlich. Ich ließ den Blick durch die Jurte schweifen und die Erkenntnis wie einfach man doch leben kann durchströmte mich. Gefühlte fünf Habseligkeiten besaßen diese Menschen. Fließendes Wasser, sanitäre Anlagen, täglich frisches Obst und Gemüse – Dinge, die für uns so normal und selbstverständlich erscheinen kommen im Leben dieser Familie nicht vor. Und doch scheinen Sie nicht unglücklicher zu sein als wir es sind. Sie haben alles was sie zum Überleben nötig haben. Und sie haben einander.

Zu Gast bei einer Nomadenfamilie

 5. Nach Regen kommt immer Sonnenschein

Regenbogen haben etwas magisches. An unserem dritten Tag in der Wüste Gobi schenkte uns das Wetter all seine Facetten: In der sengenden Hitze bestiegen wir die „Singenden Dünen“ Hongorin Els. Die Dünen sind eigentlich viel mehr eine große Düne von 100 km Länge und 12 km Breite. Die etlichen Meter bis zum Dünenkamm schaffte ich nur mit Müh und Wasserpausen, die Hitze schlug mir auf den Kreislauf. Leider blieb mir nicht viel mehr als ein kurzer Moment um die vor mir liegende Dünenlandschaft zu genießen: Es zog ein massiver Sandsturm auf. Wer schon mal bei starkem Wind mit nackten Beinen am Strand war weiß, dass genau die Sandkörnchen, die sich unter den Füßen so weich anfühlen mit dem Zutun von Wind wie kleine Nadelstiche auf der Haut brennen. Also nichts wie runter von der Düne! Unten angekommen kämpften wir uns so schnell wie möglich ohne Rücksicht auf Tümpel und Schlammlöcher in Richtung Jurte. Plötzlich tauchten in der Ferne vor uns zwei Gestalten auf: Die Kinder der Nomadenfamilie, bei der wir an diesem Tag übernachten wurden geschickt um uns abzuholen. Schwupps, sitze ich hinter dem maximal 12-jährigen Jüngling auf dem Motorrad und rolle erstaunlich sanft über Stock und Stein in Richtung Zelt. Gerade noch vor dem Einsetzen des Regens schaffen wir es nach drinnen. Glücklicherweise ist der Schauer jedoch nur von kurzer Dauer und bei Durchbruch der ersten Sonnenstrahlen werden wir mit einem besonders schönen, doppelten Regenbogen belohnt. Ein so einfacher wie perfekter Moment.

Regenbogen Hongorin Els6. Wüstenschiffe

Dass des einen Lieblingsmoment des anderen Horrormoment sein kann erwies sich bei unserem Kamelritt. Wir verbrachten die Nacht bei einer Kamelzüchterfamilie. Die perfekte Gelegenheit also, eine Fahrt mit einem „Wüstenschiff“ zu wagen. Der Ritt sollte eine Stunde dauern und führte entlang der großen Sanddüne. Doch bereits nach wenigen Metern merkte mein Freund, dass er sich mit diesen Tieren nicht anfreunden werden würde. Seine Steigbügel waren nicht für seine 1,95 m Länge gemacht und sein Bein wurde in eine Position gedrückt, die dank einer alten Sportverletzung sehr schmerzhaft für ihn war. Trotz allem zwang er sich den Ritt durchzuziehen. Allerdings habe ich noch nie jemanden so schnell von einem Tier absteigen sehen wie ihn hinterher. Während mein Freund sich quälte freute ich mich meines Lebens. Ich genoss die Landschaft, das Schaukeln der Kamele und das freundliche Grinsen unseres Kamelführers. Mir konnte nichts die Laune verderben, nicht der Kamelschnodder, der mir von Zeit zu Zeit um die Ohren flog, wenn das Kamel meines Freundes mal wieder niesen musste noch, dass mein Bein offensichtlich als Kratzbaum auserkoren war um das juckende „Nasenpiercing“ zu kratzen oder, dass auch meine Steigbügel viel zu kurz waren und mir die Beine nach einer Weile schmerzten.

Kamelreiten

Warst Du schon einmal in der Mongolei? Wenn ja, was waren Deine Lieblingsmomente?

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Folge Kerstin:
Kerstin hat schon früh gemerkt, dass es sich lohnt, über den "Tellerrand" hinaus zu blicken und ihr Herz inzwischen an viele Orte verloren. Auf paradise-found.de schreibt sie von ihren Reiseerlebnissen, (versteckten) Lieblingsorten und gibt wertvolle Reisetipps.

5 Responses

  1. […] von Moskau bis Irkutsk am Baikalsee und dann weiter über den Transmongolischen Abschnitt über die Mongolei nach Peking führen. Diverse Herausforderungen, zum Beispiel, dass ich 3 Wochen dieser Reise […]

  2. Lu
    | Antworten

    Hallo Kerstin,
    dank deines schönen Berichts ist die Mongolei auf meiner imaginären Liste gerade ein großes Stück nach oben gewandert. Toll!
    Liebe Grüße
    Lu

    • Kerstin
      | Antworten

      Hallo Lu!
      Vielen Dank für Deinen Kommentar! Die Mongolei ist ein echter Traum! Solltest Du unbedingt ganz weit nach oben auf Deiner Bucket-List schieben :)
      Liebe Grüße,
      Kerstin

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