Jahresrückblick 2021: Ein Wunder, kleine (R)auszeiten & ein Jubiläum

Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen. – Aristoteles

Dieses Zitat ist meiner Meinung nach sehr sinnbildlich für dieses Jahr. Denn wir können die Umstände derzeit nur eingeschränkt bestimmen, eine Pandemie lässt sich nicht einfach so beseitigen. Aber wir haben in der Hand, wie wir damit umgehen. Und genau das ist der Knackpunkt. Wie die Segel auszurichten sind, darüber herrscht derzeit so große Uneinigkeit wie selten. Ich persönlich habe die Absicht, meine Segel auch im neuen Jahr so gut wie möglich auszurichten. Aber zuerst einmal ein kurzer Jahresrückblick auf 2021: 

 

2021 war das Jahr, in dem 

… Corona erneut unser Leben prägte und bestimmte.

… ich das zweite Mal schwanger war, gefühlt nie Zeit hatte und im September unser gesundes zweites Wunder begrüßen durfte.

… ich mein zehntes Jahr in den Niederlanden verbrachte und die Holländerin in mir endgültig durchbrach. 

… ich dankbar war für mein rostiges Schulfranzösisch, welches mir den Krankenhausaufenthalt im Urlaub um einiges erleichterte. 

… ich ganz besonders nächtigen durfte.

… ich beim Bogenschießen den kleinen Robin Hood in mir entdeckte.

Wintertraum

 

Schwanger in Coronazeiten

Auch dieses Jahr war vom großen C bestimmt. Durch meine Schwangerschaft erlebte ich das Ganze zweischneidig: Einerseits konnte ich der Situation etwas Positives abgewinnen – Corona sorgte bei mir für eine Rückbesinnung auf die kleinen Dinge und etwas mehr mentale Ruhe (soweit man das neben einem sehr quirligen 2-jährigen eben hat), die ich zugegebenermaßen auch gut brauchen konnte. Die zweite Schwangerschaft kam nämlich mit allerlei kleinen Wehwehchen, von denen ich in der ersten Schwangerschaft zum Glück verschont blieb. Inklusive einem Krankenhauskontrollbesuch in Frankreich, als ich schwanger einen kleinen Mountainbikeunfall baute und sich hinterher ein blauer Fleck auf meinem Bauch abzeichnete. Zum Glück Entwarnung, alles gut!  

Jahresrückblick 2021
Dickbäuchig vor unserer Haustüre am Meer

Andererseits fühlte ich mich auch unwohl, ja sogar unsicher in Gesellschaft anderer Menschen, da man überall Horrorgeschichten von coronaerkrankten Schwangeren las. Daher suchte ich dieses Jahr mehr denn je die Natur auf und entschied mich bereits im Juni für eine Impfung, drei Monate vor Ende meiner Schwangerschaft. Auch der Besuch meiner Familie und die damit verbundene Zugfahrt fühlte sich so um einiges sicherer an. 

 

Mein Haus, mein Bakfiets, mein Schrebergarten

Anstatt – wie bisher – in Reisen floss unser Geld dieses Jahr in zwei Investitionen vor Ort: Ein Bakfiets, wie man das Lastenfahrrad in den Niederlanden nennt, und einen Schrebergarten direkt bei uns um die Ecke. Damit bin ich wohl jetzt, in meinem zehnten Jahr, endgültig in den Niederlanden, eingebürgert. Dass das (elektrische) Lastenfahrrad dabei fast soviel kostet wie unser Auto hat mich aber trotzdem etwas aus den Socken gehauen. Aber mit zwei Kindern, den kurzen Abständen zu allem und der schwierigen Parkplatzsituation ist diese Investition sinnvoll. 

Schrebergarten
Unser noch im Umbau befindlicher Schrebergarten

Der Schrebergarten widerum ist schon seit einiger Zeit unser fast tägliche Anlaufstelle, schließlich liegt er gleich am Ende unserer Straße und beherbergt auch noch einen tollen Naturspielplatz, den Sohnemann gerne unsicher macht. Als unser Nachbar mit der Idee kam, dort als Nachbarschaftsprojekt einen Schrebergarten zu mieten, war ich gleich Feuer und Flamme. Schließlich bin ich auf dem Land aufgewachsen, liebe es zu gärtnern und möchte diese Liebe auch an meine Kinder weitergeben. Ein knappes Jahr nachdem wir uns auf die Warteliste schrieben, erhielten wir diesen Spätsommer den Zuschlag für unseren eigenen Schrebergarten samt Häuschen und Gewächshaus, den wir zusammen mit drei anderen Nachbarspaaren pflegen und bewirtschaften werden. Noch muss einiges passieren, bis er unseren Wünschen entspricht aber ich freue mich drauf!

 

Hallo kleines Wunder!

Anfang September trat unser zweites kleines Wunder, unser Töchterchen in unser Leben und stellte es nochmal komplett auf den Kopf. Seither befinden wir uns in einer ständigen Achterbahn aus Glückseligkeit, Erschöpfung, Chaos und Dankbarkeit. Die ersten drei Monate weigerte sich die Kleine nämlich standhaft, weggelegt zu werden (ansonsten gabs ohrenbetäubendes Kreischen) und wollte nur bei einem sein und auf einem schlafen. Der bereits 2-jährige Sohnemann tat sich ebenfalls schwer, die Ankunft seines Geschwisterchens einzuordnen und so hatten wir alle Hände voll zu tun. Die Zeit flog nur so dahin und schwupps, schreibe ich auch schon diese Zeilen und das Jahr ist beinahe zu Ende. 

Müde aber glücklich mit dem wenige Wochen alten Töchterlein

 

Reiserückblick 2021 – das Jahr der einzigartigen Unterkünfte

Corona- und schwangerschaftsbedingt dauerte mein Reisejahr dieses Jahr lediglich von Februar bis Juli. Aber das, was ich erlebt und unternommen habe, war ganz nach meinem Geschmack. Besondere Unterkünfte spielten dabei eine nicht ganz unbedeutende Rolle. 

 

Februar: Floßurlaub in Waterland

Camping im Februar?! Normalerweise würde ich als Frostbeule sagen: No way! Aber dieses Jahr im Februar folgte einer Woche mit Schnee eine Woche mit frühlingshaften Temperaturen, sodass meine Bloggerkollegin Janna und ich spontan unsere Campingsachen packten und uns im nahegelegenen Waterland (bei Amsterdam) aufs (Zelt-)Floß schwangen. Zwei Tage und eine große Dosis Vogelzwitschern, Lagerfeuerknistern und Fahrtwind später kehrten wir komplett erholt und erfüllt von unseren Erlebnissen wieder zurück. Ein Mikroabenteuer ganz nach meinem Sinn!

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März: Skandinavien-Feeling im Achterhoek

Frei nach dem Motto: “Wenn wir nicht nach Skandinavien können, dann muss Skandinavien eben zu uns kommen” hatte Manon 2020 die zündende Idee zu Oetdoor. Ein Glamping-Camp, in dem skandinavische Outdoorliebe, Design und Lebensgefühl auf die naturreiche, abwechslungsreiche Region Achterhoek in den Niederlanden treffen. Und das im ersten Jahr so erfolgreich, dass Manon und ihr Team einen ganzen Campingplatz gekauft haben und 2022 neben Camping- und Glamping auch einige rote Schwedenhäuser im Angebot haben. Ich glaube, ich muss noch einmal hin! 

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Juni: Glamping-Roadtrip durch Frankreich

Zwei alte Schulfreundinnen, ein klitzekleiner Fiat 500, drei Huttopia Camps mitten in der Natur, jede Menge Baguettes und Croissants und endlich warmes Sommerwetter bildeten die Zutaten unseres unvergesslichen Roadtrips von Chartres (in Parisnähe) über das Loiretal bis hin zur Atlantikküste. Und die Krönung: Unsere wunderschönen Glampingzelte mit Aussicht und wahlweise Vogelzwitschern oder Meeresrauschen. 

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Juli: Outdoor-Wochenende im Odenwald

Trekking, Bogenschießen, Floß bauen. So der Plan für die Outdoor-Pressereise im Odenwald. Da diese jedoch am Wochenende der verheerenden Flutkatastrophe stattfand, fiel unser Floßbau wortwörtlich ins Wasser. Doch auch das Ersatzprogramm konnte sich sehen lassen: Eine Greifvögelschau mit humorvollem Kommentar, ein Abend bei einem adoptierten Indianer im Tipi-Camp, ein Wanderung zu und Übernachtung in den nagelneuen Trekkingcamps mit einem Outdoorguide und für mich die größte Überraschung: Bogenschießen auf 3D-Tiere in einer idyllischen Schlucht. Obwohl ich vorab nichts davon erwartete, hatte ich einen Mordsspaß. 

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Juli: Wipfelträume im Baumhaus

Lange geplant und coronabedingt mehrfach vertagt: Eine Übernachtung in den windschiefen, kunterbunten Baumhäusern der Oase Weil. Ein Geschenk von mir an meine kleine Schwester. Im Juli war es dann endlich soweit und wir machten uns auf nach Weil im Schönbuch, wo die Baumhäuser in allerschönster Lage auf einer nach frisch gemähtem Heu duftenden Lichtung mitten im Naturpark Schönbuch liegen. In jeder der “Wipfelsuiten” haust ein anderes Fabelwesen – vom Burggespenst, zur Lichtelfe bis hin zum Klabautermann. Wir ließen uns von der zauberhaften Lichtelfe in eine andere Welt entführen.

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April, Juli und November: Schwäbische Heimatliebe

Im 7 Stunden von der Familie entfernten Ausland zu leben bekommt in Coronazeiten und mit zwei kleinen Kindern obendrauf eine ganz neue Bedeutung. Wo ich früher alle 6 bis 8 Wochen und teilweise auch nur für ein Wochenende in der Heimat vorbei schneite, habe ich es dieses Jahr lediglich drei Mal zu meiner Familie ins Schwabenland geschafft. Corona und der hohen Infektionszahlen in den Niederlanden bedingt durften wir teilweise nicht kommen und durch die lange Anreise lohnte sich ein Aufenthalt von weniger als einer Woche nicht – was widerum Urlaubstage kostet. Dennoch genieße ich es jedes Mal, meine Familie und Freunde zu sehen und die tolle Umgebung zu erkunden. Bei meinem Besuch im November waren mir sogar noch einige herbstliche Wanderungen mit dem Töchterchen in der Trage gegönnt. 

 

Aussichten auf 2022

Der Januar ist bereits mein letzter Monat im Mutterschutz, ab Februar arbeite ich wieder in Teilzeit, insgesamt 4 Tage die Woche (2,5 angestellt und 1,5 für den Blog). Hier in den Niederlanden ist der Mutterschutz offiziell nur 16 Wochen, inklusive der Zeit vor der Geburt, ich habe bereits verlängert. Einen Tag die Woche habe ich Mamatag, darüber hinaus gibt es noch einen Oma- und einen Papatag. So geht Sohnemann dann nur 3 Tage und unser Töchterchen 2 Tage in die Kindertagesstätte. 

Reisetechnisch habe ich bereits drei verschobene Reisen von 2021 bzw. 2020, welche aufgrund von Corona, Unwetter und Schwangerschaft nicht stattfinden konnten, geplant. Zwei davon werden mich endlich einmal in die Schweiz führen und eine nach Schweden. Zudem geplant ist auf jeden Fall auch ein kleiner Familienurlaub zu viert. Da die Situation derzeit aber so unsicher ist und wir im Urlaub mit den Kids auch gerne Gebrauch von Spielplatz, Schwimmbad und Co. machen wollen, warten wir noch ein wenig mit der Buchung. Ansonsten ist noch alles offen. Aber ich bin sicher, dass das ein oder andere Spannende noch dazukommen wird.

Huttopia Noirmoutier

Zum Abschluss möchte ich Dir wie jedes Jahr als meinen Leser danken für das Feedback und die Kommentare, die Likes und Deine Anwesenheit! Schön, dass Du da bist! Ich wünsche DIr einen tollen Jahreswechsel und ein gesundes neues Jahr! Ich hoffe, dass es Dir gelingt, Deine Segel im neuen Jahr bestmöglichst auszurichten. Auf zu neuen Abenteuern!

 

Alles Liebe, 

Kerstin

 

Jetzt bin ich neugierig: Was waren Deine Highlights im vergangenen Jahr? Und worauf freust Du Dich im neuen?  

Folge uns Kerstin:
Kerstin hat schon früh gemerkt, dass es sich lohnt, über den "Tellerrand" hinaus zu blicken und ihr Herz inzwischen an viele Orte verloren. Auf paradise-found.de erzählt sie von ihren Reiseerlebnissen, (versteckten) Lieblingsorten und gibt ausführliche Tipps zum Nachreisen.

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