Inselhüfen auf den Kanalinsel - Alle Tipps für Deine individuelle Reise

Inselhüpfen auf den Kanalinseln: Tipps für Deine individuelle Reise

Als Bruchstücke von Frankreich, die ins Meer fielen und von England wieder aufgesammelt wurden bezeichnete der französische Schriftsteller Victor Hugo die Kanalinseln einst. Und er muss es wissen, schließlich verbrachte er 15 Jahre seines Lebens im Exil auf Guernsey, einer eben dieser Inseln und schrieb dort seinen bekannten Roman “Les Misérables”.

Eben diese Mischung aus französischem und englischem Kulturgut aber auch das milde Klima und die dadurch bedingte üppige Flora, die charmanten Örtchen und traumhaften Buchten machen die Kanalinseln zu einem attraktiven Reiseziel, welches man am besten beim Inselhüpfen erkundet. Genau das haben wir im Mai 2019 getan. Mitgebracht habe ich meine geballten Tipps zum Inselhüpfen auf den Kanalinseln:

Was sind die Kanalinseln und wo liegen sie?

Die Kanalinseln sind eine Gruppe von 7 bewohnten und 7 unbewohnten Inseln im Ärmelkanal vor der normannischen bzw. bretonischen Küste. Obwohl die Inseln geographisch näher an Frankreich als an Großbritannien liegen, sind Sie heute als Kronbesitz (englisch crown dependency) direkt der britischen Krone unterstellt.

Inselhüfen auf den Kanalinseln - Mont Orgueil Castle in Gorey
Geschichte mit Aussicht – die ersten Formen des heutigen Mont Orgueil Castle auf Jersey gehen bereits auf die Eisenzeit zurück.

Frankreich vs. England

Dies hat folgenden geschichtlichen Hintergrund: Ursprünglich gehörten die Kanalinseln zum Herzogtum der Normandie. Im Jahr 1066 eroberte dessen damaliger Herzog, Wilhelm der Eroberer, England und wurde englischer König. Über die Jahrhunderte gingen die restlichen Ländereien in Frankreich verloren, lediglich die Kanalinseln blieben im Besitz der normannischen Herzöge. Noch heute sind die Spuren dieser Vergangenheit zu entdecken. Die meisten Straßen tragen nach wie vor französische Namen und die Küche der Kanalinseln ist von beiden großen Nachbarn gleichermaßen beeinflusst. Zudem wird den Inselbewohnern nachgesagt, dass sie die gälische Gelassenheit mit der englischen Ordnungsliebe vereinen.

Die Kanalinseln im 2. Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg (1940 – 1945) wurden die Kanalinseln (Jersey, Guernsey, Alderney und Sark) kampflos von den Deutschen besetzt und bildeten das einzige jemals besetzte britische Territorium. Vor allem Jersey (Deckname Jakob) und Guernsey (Deckname Gustav) wuchsen aufgrund ihrer strategischen Lage unter der deutschen Wehrmacht zu wahren Festungen heran. Über 500 Bunker und militärische Anlagen sind schätzungsweise noch heute in Jersey vorhanden, in Guernsey sollen es sogar zwischen 1000 und 1500 sein. Verrückt, wenn man die relativ kleine Grundfläche der Inseln (Jersey: 119,6 km2 und Guernsey 63,4 km2) betrachtet. Zum Vergleich: Etwa acht Prozent der gesamten Baukosten für den 2.685 km langen Atlantikwall entfielen auf die Kanalinseln. Unglaublich!

Bunker wie der des Naval Signals Headquarter auf Guernsey sind überall auf den Kanalinseln zu finden und erzählen von der Besatzugszeit

Die Kanalinseln heute

In heutiger Zeit sind die Kanalinseln vor allem als Finanz- und Steuerparadies bekannt, denn es gibt dort keine Mehrwertsteuer und die Einkommenssteuer ist die niedrigste von Europa. Vor allem auf Jersey lässt sich dessen Effekt gut beobachten: Anzugträger hetzen in St. Helier von Termin zu Termin, die gläsernen Paläste der Superreichen schießen an den schönsten Buchten und Ecken der Insel aus dem Boden und ganze 44 internationale Banken haben einen registrierten Sitz auf Jersey.

Weitere Besonderheiten

Als Kronbesitz der britischen Krone sind die Kanalinseln gesonderte Rechtssubjekte und daher weder Teil des Vereinigten Königreichs noch der Europäischen Union. Diesen Sonderstatus hat sonst nur die Isle of Man.

Eine weitere Besonderheit der Kanalinseln ist ihr Klima, das durch den Golfstrom sehr vorteilhaft beeinflusst wird und so manch subtropisches Gewächs hier sprießen lässt, welches andernorts lediglich in Gewächshäusern zu besichtigen ist. Hier herrscht ein beständig mildes Klima, welches ohne die drückende Sommerhitze auskommt. Ein Grund, warum die Kanalinseln insbesondere auch bei Senioren sehr beliebt sind.

Als hätte jemand den Stöpsel rausgezogen fühlt es sich des Öfteren an, auf den Kanalinseln zu sein. Denn bei Ebbe ist der Wasserpegel ganze 10 bis 12 m niedriger als bei Hochwasser. Stundenlang liegen die Boote auf dem Trockenen. Bis es dann plötzlich wieder richtig schnell geht und das Wasser mit einer unglaublichen Geschwindigkeit wieder aufläuft. Dies birgt allerdings auch Gefahren mit sich. Warnschilder zu den Gezeiten sollten daher jederzeit ernst genommen und nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die aktuellen Gezeiten findest Du übrigens auf dieser Webseite.

Gorey auf der Insel Jersey
Boote, die auf dem Trockenen liegen: Auf den Kanalinseln (hier in Gorey auf Jersey) ein ganz normaler Anblick

Die wichtigsten Kanalinseln

Obwohl alle Kanalinseln in ihrer Geschichte und Kultur miteinander verbunden sind, hat sich doch jede Insel ihren ganz eigenen Charme und ihre eigene Identität gewahrt. Unterwegs von einer Insel zur anderen kann man die reiche Tierwelt im Ärmelkanal bestaunen. Wer Glück hat, entdeckt neben Delphinen, Seelöwen und Seevögeln auch Papageientaucher. Im Folgenden widme ich mich absichtlich nur den 5 größeren der Kanalinseln. 

Jersey

Jersey ist mit einem Ausmaß von 14,5 km mal 8 km die größte der Kanalinseln und liegt circa 23 km von der Küste der Normandie entfernt. Die Haupt- und Hafenstadt von Jersey ist Saint Helier. Hier mischen sich moderne mit historischen Gebäuden und es herrscht ein lebhaftes Großstadtflair. Naturliebhaber kommen an der West- und Nordküste bei Fahrradtouren über die “Green Lanes” und Wanderungen entlang der Küste voll auf ihre Kosten. Wer die für die Kanalinseln so bekannte Vegetation bewundern will, ist in den Judith Quérée Gardens oder beim Herrenhaus Samarès Manor an der richtigen Adresse.

Zeugen der Besetzungszeit sind unter anderem die Batterie Lothringen am Noirmont Point, die Batterie Moltke in St. Ouen sowie das Channel Islands Military Museum. Empfehlenswert ist zudem eine Tour mit Jersey War Tours, bei der man exklusiven Zugang zu verschiedenen Bunkern auf der Insel erhält und jede Menge über die Besatzungszeit lernt. Besonders sehenswert sind meiner Meinung nach der Corbiere Leuchtturm an der Südwestspitze aus 1874, die Portelet Bay mit ihrem goldgelben Strand und der bei Ebbe erreichbaren Île au Guerdain mit ihrem Martello-Turm und Gorey, mit seinem über 600 Jahre alten Mont Orgueil Castle, welches – nach der Besteigung so mancher Treppe – einen wunderbaren Panoramablick auf die komplette Bucht freigibt.

Portelet Bay auf Jersey
Einer meiner Meinung nach schönsten Orte auf Jersey – Portelet Bay

Ein tolles, wirklich typisches Souvenir von Jersey ist Jersey Black Butter: Geschälte und entkernte Äpfel werden nach einem traditionellen Rezept mit Lakritze, Cider, braunem Zucker und Gewürzen über Stunden zu einer Art Marmelade eingekocht. Diese kann man nicht nur als Aufstrich nutzen sondern in einer Vielzahl an süßen oder herzhaften Gerichten verarbeiten.

Guernsey

Das 63,4 km2 große Guernsey ist die zweitgrößte der Kanalinseln und liegt circa 40 km von der französischen Küste entfernt. Ihre Haupt- und Hafenstadt Saint Peter Port ist äußerst malerisch mit ihren historischen Gärten und blumen- und wimpelgeschmückten Fassaden. Aber auch der Rest der Insel bezaubert mit seiner Mischung aus grünen Feldern, goldenen Stränden, felsigen Klippen und charaktervollen Gebäuden.

Diesem Charme verfielen auch die ganz Großen wie etwa Renoir, dem die wundervolle Moulin Huet Bay als Inspiration diente und Victor Hugo, der hier im Exil sein bekanntes Werk “Les Miserables” verfasste. Sein Haus ist heute ein Museum (Hauteville House). In jüngerer Zeit durfte Guernsey als Kulisse des Nachkriegs-Bestsellers und Films “The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society” (in deutsch: “Deine Juliet”) von Mary Ann Shaffer und ihrer Nichte Annie Barrows dienen. Der neu geschaffene Occupation Trail folgt bedeutungsvollen Orten und Drehorten des Films.

Moulin Huet Bay
Hier ließ sich Renoir inspirieren: Moulin Huet Bay auf Guernsey

Aufgrund seiner strategisch wichtigen Rolle im Ärmelkanal zur Zeit der Besatzung im Zweiten Weltkrieg kommt man bei einem Besuch Guernseys nicht um die Spuren, welche diese in Form von Bunkern und militärischen Einrichtungen hinterlassen hat, herum. Immerhin gibt es schätzungsweise 1.000 – 1.500 davon. Die bekanntesten sind das German Underground Hospital, das German Navals Signal Headquarter und das German Occupation Museum.

Weitere Ausflugsziele sind die “Little Chapel”, die kleinste Kapelle der Welt, der am dichtesten gelegene Pub neben einer Kirche in Saint Peters Port, Castle Cornet, die Candie Gardens und das Sausmarez Manor mit seinen subtropischen Gärten. Wer aktiv werden will, findet genügend Veranstalter für Seekajak-, Coasteering-, SUP- und Surfabenteuer rund um die Insel. Darüber hinaus macht ein super ausgebautes Wanderrouten- (im Inland und entlang der Küste) und Radfahrnetz (über die “rouettes tranquilles”) Guernsey zum Rad- und Wanderparadies.

Ein tolles Souvenir für Guernsey ist Gin, welcher – so sagt man – den Geist der Insel in einer Flasche auffängt. Guernsey hat gleich 3 Gins aus eigener Produktion zur Auswahl: Blue Bottle Gin, Unit Six und Wheadon’s Gin

Herm

Das kleine Paradies” ist wohl die richtige Bezeichnung für die gerade mal 2 km2 kleine Insel nur 20 Fährminuten von Guernsey entfernt. Denn der puderzuckerweiße, über 1 km lange Shell Beach mit seinem türkisfarbenem Wasser macht diesem Namen wirklich alle Ehre. Wanderrouten winden sich ringsherum entlang der Klippen und werden von Zeit zu Zeit von kleinen Buchten und perfekten Sandstränden unterbrochen. Das kristallklare Wasser eignet sich hervorragend für Wassersport aller Art wie Schwimmen, Schnorcheln, Kajakfahren und Stand Up Paddling. Wir haben auf Sark eine Seekajaktour unternommen, bei der wir Papageientaucher aus nächster Nähe beobachten konnten und machten anschließend eine Wanderung rund um die Insel. Sark ist autolos und besitzt neben einem Hotel und dem Mermaid Pub lediglich 2 Strandkiosks, bei denen man sich mit kleinen Snacks und Getränken eindecken kann.

Shell Beach auf Herm
Der traumhafte Shell Beach auf der Insel Herm

Sark

“If the key to happiness is life in the slow lane – then Sark must be the happiest place in the world.” steht auf einem Flyer der Insel. Leider konnte ich mich auf meiner Reise davon nicht selbst überzeugen, denn ich habe Sark nicht besucht. Doch wenn ein Ort entspannt klingt, dann ist es definitiv das 50 Fährminuten von Guernsey und Jersey gelegene Sark. Die Insel mit der Grundfläche von 5,5 km2 ist nämlich so ziemlich frei von allen “Störfaktoren”: Keine Autos, keine Flugzeuge und keine Straßenlaternen; lediglich Fahrräder, Pferdekutschen und jede Menge wundervolle Natur. Die Abwesenheit von Straßenlaternen verhalf Sark übrigens 2011 zum “dark sky status” als erste Insel weltweit, was bedeutet, dass die Insel aufgrund ihrer niedrigen Lichtverschmutzung ein echtes Paradies für Sternengucker ist. Hier dreht sich alles um die einfachen Dinge des Lebens. Neben Wandern, Rad- und Kajakfahren sind das vor allem ein Besuch der Landenge La Coupée oder der Gärten der La Seigneurie. Und nicht zu vergessen eines Cream Tea mit Scones in einem der gemütlichen Tea Rooms.

Inselhüpfen auf den Kanalinseln: Tipps für Deine individuelle Reise
La Seigneurie auf der Insel Sark

Alderney

Alderney ist die nördlichste und trotz ihrer kleinen Fläche von 7,8 km2 die drittgrößte der Kanalinseln und liegt circa 60 Fährminuten von Guernsey entfernt. Was Alderney ausmacht, ist sein einzigartige Flora und Fauna. Bei Tier- und Naturfans gilt die Insel als Mekka zur Beobachtung der Tier- und Pflanzenwelt. Eine riesige Tölpelkolonie, Papageientaucher, seltene Schmetterlingsarten und einzigartige blonde Igel sind nur einige der besonderen Tierarten, die man hier entdecken kann. Darüber hinaus gibt es hier den einzigen Zug der Kanalinseln, ein Vintagezug, der auf einen Strecke von 3,2 km für Touristen verkehrt. Ein kurioses Detail über die Insel ist, dass diese bis auf 7 Bewohner evakuiert wurde bevor die deutschen Truppen während des Zweiten Weltkriegs einfielen. Aufgrund seiner Nähe zu Frankreich wurde auch Alderney während der Besatzungszeit extrem befestigt und mit 2 Arbeitslagern (“Borkum” und “Helgoland”) und 2 Konzentrationslagern (“Norderney” und “Sylt”) versehen, in denen über 700 Menschen ihr Leben ließen und von denen heute nichts mehr übrig ist.Moulin Huet Bay

Inselhüpfen auf den Kanalinseln

Praktische Info zu den Kanalinseln

Klima auf den Kanalinseln

Aufgrund des Golfstroms erfreuen sich die Kanalinsel eines ozeanischen, gemäßigten Klimas mit milden Wintern und warmen Sommern. Die Durchschnittstemperaturen im Winter liegen zwischen 5 und 10 Grad, in den Sommermonaten durchschnittlich bei 20 Grad. Die durchschnittliche Wassertemperatur beträgt in den Sommermonaten circa 17 °C.  Das Klima im südlich gelegeneren Jersey ist etwas wärmer als auf den anderen Kanalinseln, dafür weht dort meistens etwas mehr Wind.

Beste Reisezeit für die Kanalinseln

Die beste Reisezeit für die Kanalinseln ist von Ostern bis Oktober. Aufgrund der niedrigen Niederschlagsrate und der hohen Anzahl von Sonnenstunden sind vor allem die Monate Juli und August die Haupturlaubszeit für die Kanalinseln. Die Monate April und Mai sowie die Zeit von Mitte September bis Oktober gehört zur Nebensaison mit vielen schönen Tagen, Tagestemperaturen zwischen 10 und 15 Grad und geringerem Touristenaufkommen. Im Winter sind viele Touristenattraktionen geschlossen und die Fährverbindungen sind sehr eingeschränkt. Ich persönlich fand den Monat Mai sehr angenehm für eine Reise auf die Kanalinseln. Alles grünte und blühte und wir hatten die komplette Zeit nur trockenes, sonniges Wetter (mit einigen Wolken).

Blumen in allen Formen und Farben – dafür sind die Kanalinseln bekannt. Das milde Klima macht’s möglich!

Zeitzone auf den Kanalinseln

Wie auch in Großbritannien gilt auch auf den Kanalinseln die westeuropäische Zeit (Greenwich Mean Time), es ist also ganzjährig eine Stunde früher als in der benachbarten Normandie und in Mitteleuropa.

Sprache auf den Kanalinseln

Die Amts- und Umgangssprache auf den Kanalinseln ist Englisch.

Währung auf den Kanalinseln

Die Kanalinseln Jersey und Guernsey haben jeweils eine eigene Währung – das Jersey Pound und das Guernsey Pound. Zudem wird das britische Pfund akzeptiert. Das Jersey Pound und das Guernsey Pound werden auf allen Kanalinseln akzeptiert, allerdings nicht darüber hinaus. Daher sollte man Restgeld vor der Abreise in das britische Pfund oder Euro umtauschen lassen.

Währung auf Guernsey - das Guernsey Pound
Die Kanalinseln haben eine eigene Währung – hier das Guernsey Pound

Strom auf den Kanalinseln

Die Netzspannung auf den Kanalinseln beträgt 240 V. Für alle elektrischen Geräte wird ein Adapter, ein sogenannter England-Stecker benötigt, da die britischen Anschlüsse dreipolig sind.

Einreise auf die Kanalinseln

EU-Bürger und Schweizer können mit Reisepass oder Personalausweis auf die Kanalinseln einreisen.

Erster Blick auf den Hafen von Saint Peter Port in Guernsey beim Einlaufen mit der Fähre

nselhüpfen auf den Kanalinseln

Praktische Info zum Inselhüpfen auf den Kanalinseln

Anreise zum Inselhüpfen auf den Kanalinseln

Die Anreise auf die Kanalinseln kann entweder per Flug oder per Fähre erfolgen.

 

Anreise mit dem Flugzeug

Per Flugzeug können die Flughäfen von Jersey (JER) und Guernsey (GCI) angesteuert werden, oftmals jedoch mit Zwischenstopp in London (Achtung, falls der Anschlussflug von einem anderen Flughafen aus verkehrt!). Direktflüge gibt es in den Sommermonaten über Eurowings (ab Berlin-Tegel, Hamburg, Düsseldorf), mit TUI Wolters Reisen (ab Düsseldorf) und Lufthansa (ab München) nach Jersey.

 

Anreise mit Auto und Fähre

Aus Nachhaltigkeitsgründen sind wir mit dem Auto nach Saint Malo in Frankreich gefahren, haben dieses dort abgestellt und sind dort aus als Fußpassagier auf die Condor Ferries Fähre nach Jersey gestiegen. Von Saint Malo aus fährt Condor Ferries die Häfen von Jersey (circa 1,5 h) und Guernsey (circa 2 h) an. Manche Iles Express fährt zusätzlich vom französischen Diélette, Carteret, Granville nach Jersey und Guernsey. Pro Fährticket (Saint Malo – Jersey, Jersey – Guernsey und Guernsey – Saint Malo) haben wir circa 30 bis 40 Euro pro Person bezahlt.

Was bei der Anreise mit dem Auto bis nach Frankreich beachtet werden muss, sind die doch beträchtlichen Kosten für Benzin, Maut- und Parkgebühren. Für die Maut bezahlten wir insgesamt für Hin- und Rückweg ab der belgischen Grenze 62,- € und der unbewachte Parkplatz am Fährterminal von Saint Malo schlug mit 85,40 € (für 7 Tage) zu Buche.

Bei den Parkgebühren in Saint Malo gibt es saisonal abweichende Tarife. Mehr Info über die verschiedenen Parkgebühren am Hafen von Saint Malo findest Du auf dieser Webseite (unter dem Reiter “Facilities”).

Die Fähre von Condor brachte uns sicher und komfortabel von Insel zu Insel

Inselhüpfen auf den Kanalinseln

Transport zwischen den Inseln beim Inselhüpfen auf den Kanalinseln

Das Inselhüpfen auf den Kanalinseln ist generell sehr unkompliziert. Bei den größeren Fähren zwischen den “großen” Inseln (Jersey, Guernsey und Alderney) sollte man vorab buchen und eine Stunde vor Abfahrt am Terminal sein. Bei den kleineren Inseln kann man auch spontan am Morgen kurz vor der jeweiligen Abfahrtszeit ein Ticket am Hafen lösen. Vor allem von Guernsey aus bietet es sich an, auf die naheliegenden kleineren Inseln zu “hüpfen”. Vor allem Sark und Herm bieten sich als Tagesausflug an. 

Inselhüpfen auf den Kanalinseln

Jersey nach Guernsey (oder umgekehrt)

Die Fährverbindung von Jersey nach Guernsey und umgekehrt ist sehr gut ausgebaut und wird regelmäßig von Condor Ferries und Manche Iles Express angefahren und dauert 1 Stunde.

Guernsey nach Sark

Die Isle of Sark Shipping Company fährt mehrmals täglich zwischen St. Peter Port in Guernsey und Sark. Die Fahrt dauert 50 Minuten.

Jersey nach Sark

Die Strecke zwischen Jersey (St. Helier) und Sark wird von Manche Iles Express und nimmt etwa 50 Minuten in Anspruch.  

Guernsey nach Herm

Die Überfahrt von Guernsey nach Herm nimmt nur 20 Minuten in Anspruch und eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug. Die Strecke wird mehrmals täglich von Travel Trident angefahren.

Guernsey nach Alderney

Die Fähre von Guernsey nach Alderney und zurück fährt zweimal täglich, dauert eine Stunde und wird von The Little Ferry Company bedient.

Inselhüpfen auf den Kanalinseln - Fähre nach Herm
Die Fähre von Guernsey nach Herm verkehrt mehrmals täglich

Fortbewegung auf den Inseln

Da die beiden Inseln Jersey und Guernsey bereits über viel zu viele Autos auf kleinem Raum verfügen, rate ich davon ab, das eigene Auto mit auf die Insel zu nehmen. Zudem gilt auf den Inseln Linksverkehr. Es gibt nur wenige Parkplätze auf den Inseln und zum Parken müssen paycards, die man vorab erstehen muss, bis 17:00 Uhr sichtbar platziert werden. Diese erhält man bei der Touristeninformation, der Autovermietung, am Fährhafen oder in vielen Geschäften. Gelbe Linien am Straßenrand kennzeichnen ein Parkverbot.

Auf den Inseln Jersey und Guernsey sind Busse ein sehr gutes Verkehrsmittel. Auf Sark stehen Pferdekutschen zur Verfügung. Auf allen größeren Inseln außer Herm gibt es zudem mehrere Anbieter von Leihfahrrädern und zudem lassen sich die Inseln hervorragend zu Fuß erkunden.

Das Fahrrad ist ein super Transportmittel, um sich auf den Kanalinseln fortzubewegen

Reiseführer für die Kanalinseln

Übersichtlich und mit 160 Seiten sehr kompakt ist der MERIAN momente Reiseführer und fokussiert sich mit wesentlichen Infos auf die Inseln Jersey und Guernsey. Wer lieber mehr in die Tiefe geht und wirklich alle Hintergründe und alles Wissenswerte zu den Kanalinseln erfahren möchte, der ist mit dem 346 Seiten umfassenden, sehr ausführlichen Baedeker Reiseführer Kanalinseln perfekt bedient. 

*Dieser Beitrag enthält Partnerlinks. Buchst oder bestellst du etwas über einen meiner Links, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Hat Dir mein Beitrag Lust aufs Inselhüpfen auf den Kanalinseln gemacht? Hast Du selbst bereits eine oder mehrere der Inseln besucht? Wenn ja, wie haben sie Dir gefallen? Erzähl es mir! 

Inselhüpfen auf den Kanalinseln

Folge Kerstin:
Kerstin hat schon früh gemerkt, dass es sich lohnt, über den "Tellerrand" hinaus zu blicken und ihr Herz inzwischen an viele Orte verloren. Auf paradise-found.de schreibt sie von ihren Reiseerlebnissen, (versteckten) Lieblingsorten und gibt wertvolle Reisetipps.

2 Responses

  1. Das ist doch mal ein interessantes Reiseziel! Ist notiert für den nächsten England-Urlaub – danke für die Tipps!

    • Kerstin
      | Antworten

      Hey Sabine!
      Wie schön, das freut mich! Sehr gern geschehen. Und ja, die Kanalinseln sind wirklich mal ein etwas anderes Reiseziel!
      Viele Grüße,
      Kerstin

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