Glamping in Holland - Oetdoor

Glamping in Holland: Skandinavien-Feeling im Achterhoek

„Wenn wir nicht nach Skandinavien können, dann muss Skandinavien eben zu uns kommen.“ Mit genau dieser Idee hat Aktiv-Reiseveranstalterin Manon im Coronajahr 2020 einen ganz besonderen Ort geschaffen: Oetdoor.

Ein Glamping-Konzept in den Niederlanden, das skandinavische Outdoorliebe, minimalistisches Design, das „Hygge“-Gefühl und Naturerlebnis miteinander verbindet – mitten im Achterhoek, unweit der deutschen Grenze. Wenn du auf der Suche nach außergewöhnlichem Glamping in Holland bist, solltest du diesen Ort definitiv auf dem Schirm haben. Und ich kann das aus Erfahrung sagen, denn ich war inzwischen dreimal dort. Und jedes Mal war es ein komplett anderes Erlebnis.

Oetdoor ist kein klassischer Campingplatz. Es ist ein Ort, an dem Glamping in Holland neu gedacht und skandinavisch interpretiert wird:

  • stilvolle und liebevoll eingerichtete Unterkünfte im skandinavischen Design oder Stellplätze
  • eine tolle Lage im Grünen und an drei Seen
  • gemeinsames Kochen über dem Feuer, Feuerschalen und Kochutensilien stehen gratis zur Verfügung
  • kostenlose Nutzung von Kanus, SUP’s und Fahrrädern
  • ein Wildnis-Spa mit Sauna und Hot Tub
  • ein großer Spielplatz für die Kleinen
  • ganz neu: Ein skandinavisch inspiriertes Café namens Hyggehuus
  • und diese besondere Atmosphäre, die man sonst eher aus dem Norden kennt
 
Tipps für Oetdoor
  • Oetdoor befindet sich an drei Seen im Osten der Niederlande in der Nähe von Haarlo, circa 18 km von der deutschen Grenze entfernt. 
  • Das Camp besteht im Sommer aus Nordic Domes, Glampingzelten, roten Holzhäuschen „Stuga’s“ und Tiny Houses „Boshuisjes“. Die Mindestbelegung ist 2 Nächte.
  • Alle Unterkünfte sind komplett ausgestattet mit bequemen, bezogenen Betten, Geschirr, Wasserkocher, Kaffee & Tee, Wärmflasche, Strom und einem kleinen Holzofen/ Heizmöglichkeit in den Wintermonaten. 
  • Zudem gibt es für Gäste mit eigenem Zelt bzw. Camper verschiedene Stellplätze.
  • Die Nutzung von Kochtöpfen, Kanus, SUP-Boards und Fahrrädern ist gratis (letzteres nach Reservierung vor Ort). Fließendes Wasser, Toiletten und Duschen gibt es im Sanitärgebäude, zu dem gibt es mehrere Gaskochflächen und einen Kühlschrank in der Gemeinschaftsküche.
  • Das Wildnis-Spa (Sauna und/ oder Hot Tub) kann für einen Aufpreis hinzugebucht werden. 
  • Seit 2026 gibt es ein Café auf dem Gelände, Hyggehuus mit Frühstück, skandinavischen Smørrebrød zum Mittagessen und Fika, der schwedischen Kaffeepause, letzteres sogar als High Tea (nach vorheriger Anmeldung). 
  • Die Besitzerin Manon spricht und schreibt übrigens auch Deutsch, eine Anfrage darf daher auch auf Deutsch sein.

Drei Aufenthalte, drei Perspektiven auf Glamping in Holland

Mein erster Besuch – Glamping ganz ursprünglich (2021)

Mein erstes Mal Glamping in den Niederlanden bei Oetdoor fand noch an einer anderen Location statt, die erstmal probeweise angemietet wurde. Die erste Saison war noch recht ursprünglich, mit eingerichteten Safarizelten, einem Bereich für Camper, einer Gemeinschaftsküche, einem Wildnis-Spa mit Sauna & Hottub sowie Sanitäranlagen. Was es damals schon gab und sich bis heute durchgezogen hat: Die kostenlose Nutzung von Kanus, SUPs und Fahrrädern sowie Feuerstellen. Das Kochen über dem Feuer und lange Abende am Lagerfeuer gehören für Manon nämlich zum Skandinavien-Feeling unbedingt dazu! Recht hat sie!

Oetdoor Camp

Ich habe damals in einem Safarizelt übernachtet – und war sofort begeistert. Nicht nur von der Lage im Grünen und an einem Badesee, sondern auch von der Liebe zum Detail, mit der mein Zelt eingerichtet war und an alles gedacht worden war. Dicke Bettdecken ergänzt mit wunderschönen skandinavischen Wolldecken, grafisch gemusterte Kissen, ein kleiner Ofen um die doch noch kalten Nächte etwas wärmer zu gestalten, ein Wasserkocher mit Tee- und Kaffeeauswahl, eine Holzbox mit Geschirr, ein Wasserkanister und sogar eine Wärmflasche. Hier ist wirklich an alles gedacht. Sogar ein Buch mit Lagerfeuer-Rezepten lag bereit!  

Schon damals wurde klar:
Hier geht es nicht um Luxus im klassischen Sinne, sondern um das Erlebnis, Natur und Quality Time.

Nachdem ich ausgepackt, meinen Holzkorb gefüllt und in Ruhe die ersten Sonnenstrahlen genossen habe, komme ich bereits mit anderen Gästen ins Gespräch. Die gemütliche Atmosphäre macht’s. Als die Sonne langsam tiefer sinkt, werden die ersten Lagerfeuer entfacht und der angenehme Geruch nach Feuer und Gebrutzeltem liegt in der Luft. Genau das macht für mich Glamping in Holland aus

Mein zweiter Besuch – das Ganze nimmt Form an (2023)

Zwei Jahre später kehre ich zurück. Inzwischen hatte sich Oetdoor enorm weiterentwickelt.

Manon hatte nach nur einer erfolgreichen Saison ihren Traum von einem eigenen Campingplatz verwirklicht. Das neue Camp befindet sich ebenfalls im Grünen, direkt an drei Seen und bietet deutlich mehr Möglichkeiten und jede Menge Potential.

Bei meinem Aufenthalt im Februar 2023 habe ich in einem der nagelneuen Tiny Houses, einem sogenannten Boshuisje, übernachtet. Auch das Tiny House ist sehr stimmig und mit einer unglaublichen Liebe zum Detail eingerichtet. Das Doppelbett ist mit dicker Veloursbettwäsche mit Elchmuster bezogen, darüber liegt eine skandinavische Wolldecke, daneben Wärmflaschen und weitere Decken. In der Steckdose steckt eine Mini-Heizung. Trotz winterlichen Temperaturen werde ich hier garantiert nicht frieren, soviel ist klar.

Boshuisje Oetdoor Camping
Das Boshuisje ist ein kuscheliges Tiny House für 2 Personen

Oetdoor versteht sich inzwischen als ganzjähriges Konzept. Genau dann, wenn es draußen kalt wird und nur die hartgesotteneren Wintercamper anwesend sind, schätzt man die Wärme des Lagerfeuers, einer heißen Tasse Tee und der mollig warmen Wärmflaschen oder skandiniavischen Decken besonders. Zudem war tagsüber ein Aufenthaltsraum geöffnet, in dem man sich am wärmenden Ofen zum Spielen, Lesen oder Beisammensein einfinden kann. Für die Jüngsten gab es einen kleinen Spielplatz. 

 

Trotz grauem Februarwetter fühlte sich alles nach (Kurz)urlaub in Skandinavien an: rote Holzhäuser (die ebenfalls auf dem Oetdoor-Gelände gelegenen Stuga’s), gemütliches Atmosphäre, skandinavisches Design und knisternde Lagerfeuer. Nach einem Wochenende kam ich bestens erholt wieder nach Hause.

Mein dritter Besuch – Glamping mit Luxusfaktor (2026)

Bei meinem dritten Aufenthalt besuchte ich Oetdoor im März mit einer Freundin und insgesamt 3 Kindern. Der Nordic Dome mit 5 Schlafplätzen und eigenem Hot Tub war hierfür perfekt. Smart eingeteilt und überraschend groß, mit einem separaten Schlafbereich mit einem Hochbett, einem Essbereich mit Küchenzeile und Tisch und einem Doppelbett mit Panoramablick auf die umliegende Landschaft. Denn eine Seite des Nordic Domes ist durchsichtig. Neben einer Feuerstelle verfügt jeder der beiden Nordic Domes über einen eigenen Hottub und eine Klimaanlage. 

Und ja: Das ist Glamping in Holland auf einem ganz neuen Level.

Oetdoor Nordic Dome Camping Achterhoek
Der Nordic Dome ist großzügig ausgestattet für 5 Personen

Seit meinem letzten Aufenthalt hatten die Toiletten und Duschen im Sanitärblock ein Upgrade erhalten (ich habe selten so stilvolle Campingtoiletten und -duschen gesehen) und während unseres Aufenthalts wurde der nagelneue große Spielplatz festlich eröffnet.

Auch Gastronomie ist inzwischen Teil des Angebots von Oetdoor. Direkt neben dem Spielplatz befindet sich das nagelneue Hyggehuus, ein Wohlfühlort, in dem du unter anderem Frühstück, Smørrebrød (reichlich belegte, dänisch inspirierte Brote) und Fika (die in Schweden zelebrierte Kaffeepause) genießen kannst. 

Wer bei nassem Wetter am Feuer sitzen will, der kann sich in der Grillhütte einfinden. Wer keinen Hot Tub bei seiner Unterkunft hat, kann auf Stundenbasis die Sauna oder den Hot Tub im Wildnis-Spa mieten. Und auch Kanus, SUP’s und Fahrräder sowie Kochutensilien für die Feuerstellen stehen nach wie vor kostenlos zur Verfügung. Zudem ist inzwischen ein Loppis gekommen, ein kleiner Concept Store mit liebevoll ausgewählten Produkten aus dem Norden.

Nicht nur wir Erwachsenen, sondern auch die Kinder haben Oetdoor geliebt. So sehr, dass sie nur einmal zum Stockbrotstöckesuchen am See vom Gelände zu bekommen waren. Die Kids (4,6 und 7) bewegten sich frei auf dem Gelände, sprangen auf dem Trampolin und in Matschepfützen. Wir aßen beim Hyggehuus Smørrebrød zu Mittag (die Kinder Pfannkuchen) und gönnten uns anschließend noch eine Fika proverij (“Fika” ist das schwedische Wort für Kaffeepause und “Proeverij” ist das niederländische Wort für Kostprobe). Wir fütterten das Holzfeuer unseres Hot Tubs und nahmen ein Bad mit Blick über die Felder. Wir entfachten ein Lagerfeuer und machten Stockbrot. Und wappneten uns mit einem Saunagang am Abend gegen die frischen Temperaturen nachts.

Oetdoor Stuga Campingplatz Achterhoek
Für etwas mehr Komfort oder im Winter ist die Stuga sehr empfehlenswert

Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten im Achterhoek

Wo prächtige Landgüter auf brausende Hansestädte und hügelige Wälder auf Wiesen und Felder treffen, genau dort befindet sich die niederländische Provinz Achterhoek. Die leicht hügelige Landschaft sorgt dafür, dass hier nicht nur Radfahrer sondern auch Mountainbiker voll auf ihre Kosten kommen und wer die Niederlande kennt, weiß, dass man Wasser hier nie lange suchen muss. So auch bei Oetdoor, welches sich an einem Badesee und wenige Gehminuten vom Bolksbeek entfernt befindet, wo man ganz wunderbar Stand Up Paddling und Kanufahren kann.

 

Aber nicht nur Outdoorfans werden das Achterhoek lieben. Die Vielfalt und Schönheit der niederländischen Hansestädte entlang der IJssel hatte ich schon bei meiner Radreise entlang der Hansestädte kennen und lieben gelernt. Genauso wie das hübsche Bronckhorst, das sich gerne als kleinste Stadt der Niederlande vermarktet. Meine diesmalige Neuentdeckung galt der vielversprechenden Silo Art Tour sowie der Boederij ‚T Westendorp, in deren Museum und Follybos Sehenswertes, Kurioses und Ironisches auf einmalige Weise aufeinander treffen.

Mountainbike Trail über den Lochemse & Kale Berg

Als eine der besten Mountainbike Trails der Niederlande gilt die 21 km lange und recht herausfordernde Mountainbike Route Lochem aufgrund ihrer für niederländische Verhältnisse vielen Höhenunterschiede über den Paaschberg, Lochemse und Kale Berg. Die Mountainbikes kann man über die Liste in der Stuga mieten und Manon hat gleich mehrere, verschieden lange Routen vorbereitet, die direkt im Oetdoor Camp beginnen. Super!

Wandern auf dem Lochemse Berg

Ein „Berg“, der 35 m höher ist als der Rest der Landschaft ist für niederländische Verhältnisse schon fast spektakulär. Kein Wunder also, dass der Lochemse Berg nicht nur bei Mountainbikern sondern auch bei Wanderern sehr beliebt ist. Auf dem höchsten Punkt des Lochemer Bergs und umgeben von einem Buchen- und Nadelwald steht das Belvedère, ein steinerner Aussichtsturm aus dem Jahr 1893, welcher leider nicht mehr zugänglich ist. Auf der 8,5 km langen Lochemse Bergroute wandert man nicht nur auf den Lochemse Berg und zum Belvedère sondern bekommt auch ein wechselndes Landschaftsbild sowie zwei Einkehrmöglichkeiten (Hotel De Lochemse Berg und De Kale Berg) geboten. Die Route startet am Lochemseweg, auf dem Parkplatz neben dem Boetiek Hotel BonAparte und ist mit lilafarbenen Fußabdrücken gekennzeichnet.

Lochemse Berg
Der Belvedère auf dem Lochemse Berg

Stand Up Paddling oder Kanufahren 

Oetdoor liegt direkt an drei Seen. Du brauchst also nur einmal die Straße überqueren und kannst mit dem Kanu oder SUP loslegen. Manon berät gerne bei der Wahl der Route, abhängig von der Zeit, die man mitbringt. Das SUP Board kann man – wie auf das Kanu und die Mountainbikes kostenlos über die App des Campingplatzes reservieren.

Wassersport im Achterhoek bei Oetdoor

Auf einen Kaffee in der Festungsstadt Groenlo

Die Festungsstadt Groenlo mit ihrer noch heute sternförmig angelegten historischen Innenstadt spielte eine wichtige Rolle in der niederländischen Geschichte und wurde während dem achtzigjährigen Krieg heiß umfochten. In den Gassen der Innenstadt mit ihren Stadtmauern und Grachten kann man sich noch heute leicht zurück in die Zeit versetzt fühlen.

Eine tolle Einkehradresse in Groenlo ist das Welgelegen Groenlo. Dieses erstreckt sich nicht nur über ein Herrenhaus, sondern auch über einen gläsernen Anbau, eine weitläufige Terrasse und ein Bootshaus. Ich lasse mich im gläsernen Anbau mit Blick auf die Grolse Gracht nieder und bewundere die stilvolle, hippe Einrichtung. Egal, wo man hinschaut, hier gibt es überall etwas zu sehen. Sogar die Toilette ist ein echter Hingucker!

Welgelegen Groenlo Achterhoek

Turm- und Hansestadt Zutphen

Die hübsche Hansestadt Zutphen war schon im Mittelalter als eigenwillige Hansestadt bekannt. Heutzutage zeigt sich dieser besondere Charakterzug vor allem im besonderen und ungewöhnlichen Shoppingangebot. Durch seine Lage am Zusammenfluss der IJssel und Berkel wuchs Zutphen schnell zur einflussreichen Handelsstadt heran und schloss sich bereits 1285 bei der Hanse an. In Zutphen wurden u.a. auch die Ladungen der Koggeschiffe auf kleinere Flussschiffe umgeladen, welche anschließend nach Deutschland fuhren. 

Das sehr gut erhaltene, mittelalterliche Stadtzentrum erinnert mit seinen historischen Packhäusern, Kaufmannhäusern und Türmen an diese glorreichen Zeiten. Besonders sehenswert sind dabei die Berkelpoort, ein Wassertor aus 1320, die Walburgiskirche mit der Librije, einer Sammlung von historischen Büchern von 1450 bis 1600, die Aussicht von einem der zahlreichen Türme wie beispielsweise dem Wijnhuistoren, die öffentliche Bibliothek in der Boederenkerk, die versteckten Innenhöfe wie der Oude Bornhof und dat Bolwerck, ein Kunstzentrum mit einer echten Ruheoase von Garten. Alles über Zutphen liest Du in meinem ausführlichen Blogbeitrag

Hansestadt Zutphen

Die kleinste Stadt Bronckhorst

Eine Stadt mit lediglich 90 Einwohnern – nein, das ist kein Witz! Aufgrund des strategisch wichtigen Schloss Bronkhorst erhielt Bronkhorst im Jahr 1482 Stadtrechte. Vom Schloss ist lediglich der Schlosshügel übrig geblieben aber das äußerst malerische Städtchen ist definitiv einen Besuch wert. Durch seine kopfsteingepflasterten, verwinkelten Gassen, die gut erhaltenen ehemaligen Stadtbauernhöfe und blühenden Gärten fühlt sich ein Besuch in Bronkhorst an, wie eine Zeitreise. Davon profitiert auch das Charles Dickens Festival, welches normalerweise jedes Jahr Mitte Dezember hier stattfindet und Bronkhorst in ein viktorianisches Weihnachtsdorf verwandelt.   

Bronckhorst

Silo Art Tour

Seit Landwirtin Suzanne Ruesink vom Bauernhof ‚T Westendorp bei einer Australienreise die im Rahmen des Silo Art Movement mit Street Art verschönerten Silos entdeckt hatte, gingen ihr diese nicht mehr aus dem Kopf. Street Art Kunst und landwirtschaftliche Gebäude zusammenzuführen und dadurch eine völlige neue Art von Sehenswürdigkeit entstehen zu lassen, das müsste sich doch auch in den Niederlanden realisieren lassen dachte sie sich. Die Grundidee zur zukünftigen Silo Art Tour, welche zukünftig 10 Kunstwerke in der Region Achterhoek umfassen soll, war geboren. 

Silt Art Tour Achterhoek
Die ersten Silos der Silo Art Tour Achterhoek befinden sich auf dem Gelände der Boerderij Westendorp

Im Herbst 2020 erhielten die vier Silos auf ihrem eigenen Bauernhof ‘T Westendorp mithilfe von Künstlerin Rosalie de Graaf bereits einen neuen, coolen Anstrich. Auf jedem der vier Silos ist eine Person abgebildet, die das Achterhoek repräsentiert. Auf dem ersten Silo ist der Sohn von Suzanne Ruesink abgebildet, welcher sinnbildlich für die nächste Generation aber auch für den Bauernhof selbst steht. Die übrigen acht Kunstwerke werden im Laufe des Jahres 2021 entstehen. Anschließend wird eine Autoroute, die Silo Art Tour, angelegt, die von Silo zu Silo führt. 

Bei meinem Besuch 2023 war die Silo Art Tour erfolgreich auf insgesamt zehn Locations herangewachsen, von denen ich auf einem kleinen Roadtrip 4 besuchte. Alle 10 Locations sind über eine 155 km lange Autoroute miteinander verbunden. Alternativ wählt man eine der 5 Radtouren, welche zu verschiedenen Silo Art Locations führen.

Tipps für die Silo Art Tour
  • Die 155 km lange Silo Art Autoroute führt an allen 10 Silo Art Locations im Achterhoek vorbei. 
  • Insgesamt 5 verschiedene, zwischen 36 und 56 km lange Silo Art Fahrradrouten führen an einigen der Silo Art Locations vorbei. 

Boederij Westendorp mit Follybos und Museum

Ursprünglich waren wir nur zum Bauernhof Westendorp gefahren um die Street Art Silos zu bewundern. Aber was wir letztendlich dort vorfanden, haute uns echt aus den Socken. Wie sich herausstellte befinden sich neben dem landwirtschaftlichen Betrieb (Kuh- und Schweinehaltung) mit den Street Art Silos auch noch ein ironisch-verrückter Märchenwald und ein kurioses Museum mit einem riesigen Sammelsurium an landwirtschaftlichen und alten Dingen auf dem riesigen Gelände. In Nicht-Corona-Zeiten wird auf der 12 Hektar großen Wiese zudem die jährliche Farm & Country Fair abgehalten, eine der größten Messen rund das Landleben der Niederlande mit mehr als 400 Ausstellern und 2.000 Tieren. 

 

Museum

Selten habe ich an einem Ort so viele kuriose und vielfältige Dinge versammelt gesehen. Als Joke Ruesink die Tür zu ihrem Museum öffnet, erwarten wir erst einmal wenig. Aber was wir zu sehen bekommen, gleicht einer echten Wundertüte. Jedes Mal, wenn wir denken, das war’s öffnet sich noch eine Türe und uns wird wieder etwas neues, komplett anderes geboten. Von Emaillegeschirr, einer 42 jahre lang versammelten antiken Bügeleisenkollektion, sämtliche Gegenstände und Geräte aus früheren (Bauernhof-) Zeiten, 2.000 Wecker, Kinderwägen aus den Jahren 1850 bis 1980 und mein absolutes Highlight: eine englische Teekannensammlung. Hier wird die gesamte Palette britischen Humors in Teekannenform geboten. Wir können uns kaum losreißen und entdecken immer wieder neues, lustiges. Auch Joke’s Herz scheint an den Teekannen, die sie seit 10 Jahren sammelt, ganz besonders zu hängen.  

 

 

Follybos

Schon auf dem Weg zu den Silo’s und dem Museum waren uns das in der Luft schwebende Auto und einige interessant aussehende Gebäude mitten im Wald aufgefallen: Der Follybos. Eine Art verrückter, blühender Märchenwald, in dem die Familie Ruesink nicht nur ihre Fantasie und Kreativität sondern auch ihren Hang zur Ironie ausleben. 

Vom Schloss mit 5 m hohen Türmen, über zwei Kirchen, einem trocken liegenden Schiff (“Drytanic” genannt), ein Geisterhaus, ein Gebäude in Form einer Teekanne und allerlei schräger andere Dinge ist hier alles zu finden. Lustige Wortspiele, Unerwartetes, Überraschendes und Ironisches um jede Ecke. Gerade als wir denken, wir hätten alles gesehen, folgen wir einem Gang der zu einer Tür führt und werden überrascht mit dem unterirdischen Follyrijk! Ein echter Irrgarten voller Märchenelemente, Schmetterlinge, Flaschen und einem Lasertunnel. Als wir nach zahlreichen Irrwegen wieder über der Erde auftauchen sind wir komplett von den Socken. So viel Zeit, Kreativität und Liebe steckt hinter allem. Übrigens: Der Follybos und das Follyrijk richten sich übrigens nicht hauptsächlich an Kinder sondern an Erwachsene. 

Kulinarisches Wohl

Wem nach all dem Entdecken der Magen knurrt, der wird hier ebenfalls fündig. “Rustpunt” (deutsch: Ruhepunkt) hat Familie Ruesink ihr Hofcafé genannt, in dem sie unter anderem Kaffee, Tee, kalte Getränke und Eis verkaufen genannt. Und die Ruesinks wären nicht die Ruesinks wenn das schon alles wäre: Im letzten Jahr ist in 10 km Entfernung noch ein Restaurant mit dem Namen “Suzie’s Farm” entstanden, in dem die auf dem Bauernhof hergestellten Produkte wie Milch, Käse, Fleisch und Eis direkt auf den Teller kommen. Und so ganz nebenbei erfahren wir, dass sie derzeit einen “kleinen” Obstgarten anlegen, für den auch schon allerlei Pläne ausgeheckt werden. Durch und durch verrückt aber gleichzeitig auch ungemein inspirierend, so ein Besuch bei ‘T Westendorp. 

Tipps für ‚T Westendorp mit Follybos & Museum
  • Der Follybos, die Teekannensammlung und das Museum sind von April bis Oktober an jeden Donnerstag und Freitag von 13:30 – 17:00 Uhr geöffnet, ab und zu auch am Samstag- und Sonntagnachmittag. Preise: Teekannenmuseum 7,50 € p.p., Suzie’s Sammlermuseum und Follybos 10,- € p.p.  und ein Kombiticket von allen 3: 15,- €. Alle Info auf Niederländisch auf dieser Seite.
  • Die Street Art an den Silos kann ohne Termin besichtigt werden.

Glamping in Holland - Oetdoor

Na, konnte ich Dich mit diesem Beitrag etwas für Glamping in Holland begeistern? Oder hast Du noch einen anderen heißen Tipp, wo ich dringend noch hin sollte? Lass es mich wissen in den Kommentaren! 

 

Vielen Dank an Oetdoor für die Einladung zu dieser Recherchereise. Meine Meinung und meine Begeisterung bleiben meine eigene.

Bild von Kerstin

Kerstin

Wahlholländerin Kerstin hat schon früh gemerkt, dass es sich lohnt, über den Tellerrand hinauszublicken. Outdoor-Abenteuer, kulturelle Erlebnisse und außergewöhnliche Unterkünfte lassen Ihr Herz höher schlagen.

Ein Kommentar zu “Glamping in Holland: Skandinavien-Feeling im Achterhoek”

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