Diese 7-tägige Norwegen Rundreise mit Norway Nomads führt Dich mit einem Elektro-SUV samt Dachzelt von Bergen über den Hardangerfjord, das Jotunheimen-Gebirge und den Trollstigen bis zum Geirangerfjord und wieder zurück nach Bergen. Insgesamt legst Du dabei rund 1.225 Kilometer zurück, übernachtest auf sieben Campingplätzen und bist dabei individuell, aber mit festem Roadbook unterwegs. Highlights sind die Stabkirche von Borgund (erbaut 1180), der Trollstigen mit seinen elf Serpentinen, der UNESCO-gelistete Geirangerfjord, die Altstadt Bryggen in Bergen und die Chance auf wilde Moschusochsen am Dovrefjell.
Du hast nur eine Woche Zeit, träumst aber schon lange von einem Roadtrip durch Norwegen? Dann bist Du hier genau richtig. In diesem Artikel nehme ich Dich mit auf unsere 7 Tage Norwegen Rundreise mit Norway Nomads, von Fjord zu Fjord, von Wasserfall zu Wasserfall, und ja, auch von Zimtschnecke zu Zimtschnecke. Denn ganz ehrlich: Wer durch Norwegen fährt und keine Kaffeepause einlegt, verpasst etwas ganz Wesentliches.
Warum Norwegen das ultimative Roadtrip-Reiseziel ist
Norwegen ist eines dieser Länder, das man besucht haben muss, um es begreifen zu können. Zu groß, zu gewaltig, zu menschenleer, um es in Worte fassen zu können. Fjorde, die sich tief ins Land fressen, Wasserfälle, die scheinbar aus dem Nichts die Felswände hinabstürzen, und Straßen, die sich in Serpentinen durch Landschaften schrauben, die eigentlich zu schön sind, um wahr zu sein. Dazu kommen Gletscher, schneebedeckte Gipfel mitten im Sommer und die Chance, wilden Moschusochsen, Rentieren und Elchen zu begegnen. Und dann wäre da noch die Mitternachtssonne, die im Juni kaum untergehen will, und die Polarlichter und verzauberten Schneelandschaften im Winter. Wer Norwegen mit dem Auto erkundet, bekommt das Land in seiner ganzen Vielfalt zu sehen. Dabei ist der einzige limitierende Faktor, die Zeit, die man mitbringt.
Wissenswerte Fakten über Norwegen
- Der Name „Norwegen“ geht auf das altnordische „Norðrvegr“ zurück, was so viel wie „der Weg nach Norden“ bedeutet, eine Anspielung auf die alte Seehandelsroute entlang der Küste.
- Norwegen ist das längste Land Europas, vom Süden bis zum Nordkap brauchst Du mit dem Auto über 30 Stunden.
- In Norwegen leben nur 5,5 Millionen Menschen, das sind gerade einmal 16 Einwohner pro km². Zudem findet man hier die größte „Elchdichte“ Europas.
- Der Sognefjord ist mit 1.308 Metern Tiefe und über 200 Kilometern Länge der größte und tiefste Fjord Norwegens.
- Norwegen hat tausende von Wasserfällen – und 10 davon gehören zu den 30 höchsten Wasserfällen der Welt.
- Die Stabkirche von Borgund aus dem Jahr 1180 gilt als die am besten erhaltene und authentischste Stabkirche der Welt.
- Bergen gilt mit rund 240 Regentagen im Jahr als regenreichste Stadt Europas.
- Trolle sind so fest in der norwegischen Folklore verankert, dass unzählige Orte ihren Namen tragen.
- Norwegen hat die schönsten (und saubersten) Toiletten: Renommierte Architektenbüros wurden im Rahmen der „Norwegian Scenic Routes“ gefragt, öffentliche Toiletten entlang von Panoramastraßen zu gestalten.
7 Tage Norwegen Rundreise, so geht’s!
Um es gleich vorwegzunehmen: Eine Woche ist für Norwegen viel zu wenig. Das Land ist einfach viel zu groß und zu vielfältig, um es in sieben Tagen vollständig zu erfassen. Zudem wirst du merken, dass du aufgrund der Berge und Straßen meist länger von einem Ort zum anderen brauchen wirst, als du denkst. Mein Tipp: Suche dir eine Region aus und bereise diese lieber gründlich. Norwegen ist zu schön, um durchzuhetzen. Wir haben uns bei dieser Reise auf den Westen Norwegens fokussiert. Wenn du dich für eine Reise auf die Lofoten interessierst, solltest du meinen Blogbeitrag Lofoten Roadtrip in 1 Woche lesen.
Westnorwegen: Fjorde, Gletscher, Panoramastraßen und Trolle
Westnorwegen ist von den tiefsten und spektakulärsten Fjorden Europas, wie dem Geiranger- und Sognefjord, hohen, schneebedeckten Bergen und Gletschern, aber auch Küsten-Panoramastraßen geprägt. Dazwischen eingebettet liegen die typischen gelben oder roten Holzhäuschen. Norwegen wie aus dem Bilderbuch sozusagen, mit Start- und Endpunkt unserer Reise im wunderschönen, regnerischen Bergen. Auf unserer Reise stießen wir auch immer wieder auf Trolle, diese geheimnisvollen Wesen aus alten Volksgeschichten, denen man nicht nur in Form von Trollfiguren begegnet, sondern die auch Namensgeber vieler Orte sind, wie Trollstigen, Trollveggen und Trolltunga.
Highlights einer Reise durch Westnorwegen:
- Bergen mit seinem historischen Stadtteil Bryggen
- der hübsche, von Obstanbau geprägte Hardangerfjord
- die beeindruckende Stabkirche von Borgund aus dem Jahr 1180
- Wanderungen im Jotunheim-Gebirge
- die Begegnung mit Moschusochsen auf dem Dovrefjell
- die abenteuerliche Panoramastraße Trollstigen
- der spektakulärer Geirangerfjord
Gründe für eine 7 Tage Norwegen Rundreise mit Norway Nomads
Für unsere 7 Tage Norwegen Rundreise haben wir uns für Norway Nomads entschieden – ein außergewöhnliches Roadtrip-Konzept vom Abenteuerreiseveranstalter Travelbase. Das Besondere: Du bist mit einem Elektro-SUV samt Dachzelt unterwegs und hast alles, was du für ein flexibles Abenteuer brauchst, immer dabei. Schon bei unserem Island-Roadtrip und unserem Schottland-Roadtrip in den letzten Jahren – ebenfalls mit Travelbase – haben wir diese Art des Reisens lieben gelernt: ungebunden, nah an der Natur und mit absoluter Freiheit bei der Routenwahl. Klar war: Genau dieses Gefühl wollten wir auch in Schottland wieder erleben.
Norway Nomads – die preiswerteste Norwegen Rundreise
Einer der großen Pluspunkte von Norway Nomads: das Preis-Leistungs-Verhältnis. Denn Norwegen ist alles andere als ein günstiges Reiseziel. Unterkünfte, Mietwagen und auch Essen gehen können schnell richtig teuer werden. Umso genialer, dass du bei Norway Nomads Deine komplette 7 Tage Norwegen Rundreise (inkl. Elektroauto mit Dachzelt, Ausrüstung) schon ab 850,- € pro Person bekommst – bei einer Reise zu zweit und exkl. Flug.



Das ist bei einem 7 Tage Norwegen Roadtrip mit Norway Nomads enthalten:
- Elektro-SUV mit Dachzelt zur Miete
- 7 Übernachtungen auf kleinen, extrem sauberen Campingplätzen in der Natur (mit Dusche)
- Deutschsprachiges Roadbook mit detaillierter Routenbeschreibung, einer tollen Auswahl an Sehenswürdigkeiten und vielen Tipps für unterwegs
- Eigene App mit Routen und weiteren Tipps
- Eine 2-Personen-Matratze, 2 Kissen und 2 Schlafsäcke
- Ein Campingtisch und 4 Hocker
- Kochutensilien und Gaskocher (Kochtopf, Pfanne, Teller, Tassen und Gasflaschen)
- Betreuung durch englischsprachige Ranger, die bei Problemen telefonisch oder per WhatsApp zur Seite stehen
- Möglichkeit, Ausflüge (Kajaktour, E-Bike & Hike, Canyoning, Rafting) und Essenspakete (Fleisch/Fisch oder vegetarisch) hinzuzubuchen.


Für wen ist eine 7 Tage Island Rundreise mit Iceland Nomads das Richtige?
Eine Reise mit Norway Nomads kann ich Dir empfehlen, wenn
- Du gerne individuell unterwegs bist, aber ein Sicherheitsnetz schätzt.
- Du Norwegen in 7 Tagen sehr intensiv kennenlernen willst.
- Du Roadtrips liebst und nichts gegen längere Autofahrten hast.
- Du keine Zeit hast, stundenlang zu recherchieren, aber trotzdem das Beste aus Deinem Norwegen Roadtrip rausholen möchtest.
- Du das Camping-Feeling liebst, oder es ausprobieren möchtest.
- Du älter als 21 Jahre bist und bereits seit mindestens zwei Jahren einen Führerschein der Klasse B besitzt.
- Du Norwegen zu einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis bereisen willst.
- Du Lust auf das Abenteuer Deines Lebens hast.
Unsere 7 Tage Norwegen Rundreise Route
ROUTE 7 TAGE NORWEGEN RUNDREISE
- TAG 1: Basecamp Bergen – Hardangerfjord (120 km)
- TAG 2: Hardangerfjord – Øye (240 km)
- TAG 3: Øye – Høvringen (170 km)
- TAG 4: Høvringen – Åndalsnes (219 km)
- TAG 5: Åndalsnes – Gudbrandsjuvet (70 km)
- TAG 6: Gudbrandsjuvet – Vassenden (240 km)
- TAG 7: Vassenden – Bergen (177 km)
Insgesamt kommst Du damit auf rund 1.225 Kilometer, an manchen Tagen sitzt Du nur eine Stunde im Auto, an anderen bist Du viereinhalb Stunden unterwegs. Genug Zeit für Fotostopps ist trotzdem immer eingeplant, versprochen.
TAG 1: Willkommen in Norwegen!
Am ersten Tag unserer Norwegen Rundreise landeten wir morgens in Bergen, welches uns ausnahmsweise mit Sonnenschein begrüßte. Dort wartete bereits der von Norway Nomads organisierte Transfer, der uns gemeinsam mit anderen Norway Nomads Reisenden zum Startpunkt unserer Roadtrip-Abenteuers brachte. Es folgte eine ausführliche Einweisung, bei der wir das Auto, die Ausrüstung und natürlich auch das Dachzelt erklärt bekamen. Dann hieß es auf ins Roadtrip-Abenteuer!
Unser heutiges Ziel: der Hardangerfjord. Schon nach kurzer Zeit legten wir unseren ersten Stopp ein, denn: Ein Roadtrip durch Norwegen muss gebührend kulinarisch eröffnet werden mit einer gigantischen Zimtschnecke. Frisch gestärkt ging es zum Wasserfallhopping. Den markanten Mørkhølsfossen hatten wir ganz für uns alleine. Bei Fossen Bratte, stürzt der Fluss Eikedalselva 79 Meter in die Tiefe und verschiedene Wege geben einen Blick von unten, der Seite und von oben auf ihn frei.
Am eindrucksvollen Steindalsfossen, der mit dem davor liegenden roten Holzhäuschen ein echtes Postkartenmotiv abgibt, kannst Du direkt hinter dem 48 Meter hohen Wasserfall entlanglaufen, während das Wasser über Deinem Kopf hinabrauscht. Und die erste Trollbegegnung gab’s obendrauf.
Am Tyrvefjora Rastplatz machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit den „Architektur-Klos„, die im Rahmen der Norwegian Scenic Routes angelegt wurden. Die beiden Toiletten am Tyrefjora Rastplatz sind äußerst fantasievoll und sollen ein „geologisches Fenster“ darstellen.
Am Abend erreichten wir unseren Campingplatz am Hardangerfjord, wo wir gemeinsam mit anderen Norway Nomads Reisenden unser Abendessen mit Fjordblick kochten und anschließend mit einem überteuerten Bier bei Livemusik in der Campingbar auf den Beginn unserer Reise anstießen.
- Start/Ziel: Bergen – Hardangerfjord
Gefahrene Strecke: 120 km
- Zimtschneckenstopp: Hjelle Bakeri in Trengereid.
- Highlights: Mørkhølsfossen, Fossen Bratte, Steindalsfossen und Architektur-Toilette am Tyrefjora Rastplatz










TAG 2: Vom Fjord übers Hochgebirge bis zum See
Tag zwei war der wohl vielfältigste Tag der ganzen Reise. Unser erster Stopp war am Wasserfall Skjervefossen, der sich nicht nur für den in mehreren Stufen herabfallenden Wasserfall, sondern auch für die Panorama-Toilette mit Flussblick lohnt. Am nächsten Wasserfall, dem 110 m hohen Tvindefossen hielten wir nur kurz, auch wenn dessen Wasser einer Legende nach ewige Jugend verspricht.
Den anschließenden Stopp, beim Viking Valley in Gudvangen, kann man meiner Meinung nach überspringen. Wir waren nicht im Wikingerdorf, andere Nomads Reisenden schon und meinten, der Besuch würde den hohen Eintrittspreis nicht rechtfertigen.
Vorbei am touristischen, von einem Kreuzfahrtschiff besuchten, Flåm fuhren wir durch den wunderschönen Aurlandsfjord. Über ein schmales, enges Sträßchen wunden wir uns hinauf zum Otternes Bygdetun. Dabei handelt es sich um ein historisches, inzwischen verlassenes Bauerndorf mit 27, teilweise bis zu 400 Jahre alten Gebäuden. Dort legten wir unsere Mittagspause mit Panoramablick über den Aurlandsfjord ein.
In Aurlandsvangen gönnten wir uns dann noch einen Kaffee und Waffeln mit Rhabarbermarmelade bei Marianne Bakeri. Danach ging es auf kurvigen Straßen bergauf zum Stegastein Lookout, einer auf 650 Metern über dem Fjord schwebenden, architektonisch mehrfach ausgezeichneten Aussichtsplattform. Dass man diese nicht für sich alleine hat, ist wohl klar, hier halten auch die Reisebusse.
Im Anschluss hatten wir Glück: Die Panoramastraße Aurlandsfjellet hinter dem Stegastein war bereits für den Sommer geöffnet, sodass wir statt des 24 Kilometer langen Tunnels die traumhafte Passstraße nehmen konnten. Verrückt, wie viel Schnee und Eis dort im Juni noch lagen! Kein Wunder, dass diese Panoramastraße auch „Schneestraße“ genannt wird. Ein absolutes Landschaftshighlight, besonders, weil die Busse hier nicht vorbeifahren und man so die Schönheit in aller Ruhe genießen kann.
Unser letztes Ziel des Tages war die beeindruckende Stabkirche in Borgund, erbaut im Jahr 1180. Sie gilt als die authentischste und am besten erhaltene Stabkirche der Welt. Leider waren wir zu spät dran, um die Kirche von innen zu bewundern. Direkt neben der Stabkirche startet die Wanderung Vindhellavegen, die uns auf 4,6 Kilometern und 230 Höhenmetern unter anderem zur imposanten Königsstraße Kongevegen führte.
Wir beendeten den Tag auf unserem Campingplatz am Fuße des Jotunheimen-Gebirges, direkt am Vangsmjøsa-See. Was für ein spektakulärer Tag!
- Start/Ziel: Hardangerfjord – Øye
Gefahrene Strecke: 240 km
- Routentipp: Falls die Panoramastraße Aurlandsfjellet (nach dem Stegastein Lookout, geöffnet wetterabhängig von Anfang Juni bis Oktober) nicht gesperrt ist, unbedingt dieses statt des 24 km langen Tunnels nehmen.
Highlights: Skjervefossen mit Panorama-Toilette, Tvindefossen, Otternes Bygdetun (Achtung: enge Zufahrtsstraße und kleiner Parkplatz, Eintritt 50 NOK pro Person in bar), Stegastein Lookout (obwohl sehr touristisch), Stabkirche von Borgund, (geöffnet 9:30 bis 17:00 Uhr)
- Café-Tipp: Marianne Bakeri in Aurlandsvangen
- Wanderung: Vindhellavegen ab der Stabkirche Borgund: 4,6 km, 230 Hm, Dauer: 1,5 bis 2,5 h




















TAG 3: Wandertag im Jotunheimen-Nationalpark
Heute haben wir vor allem eines vor: Wandern! Denn der Jotunheimen-Nationalpark ist viel zu schön, um dies nicht zu tun.
Nach einer spektakulären Fahrt durch Fjelllandschaften und Wintersportorte machen wir uns bereit für die erste Wanderung, die Gipfeltour zum Synshorn auf 1457 m. Ich liebe die Wanderung durch die im Kuhflecken-Muster teilweise von Schnee bedeckte Landschaft, mit Blick auf den milchig-türkischen Bygdin-See und die umliegenden Gipfel, die wir gemeinsam mit zwei anderen Norway Nomads Reisenden wandern. Bereits jetzt deklariere ich sie zu meiner Lieblingswanderung in Norwegen.
Unterwegs zu unserer nächsten Wanderung legen wir immer wieder Fotostopps ein. Unsere nächste Wanderung Hulderstigen, eine einfache, wunderschöne Route durch von Blaubeersträuchern und Moos überzogene Wälder, Moore, Seen und Flüsse. Den Abschluss bildete Ridderspranget, der Rittersprung, eine Schlucht mit wildem, türkisfarbenen Wasser, die der Legende nach ihren Namen einem Ritter verdankt, der mit seiner Geliebten darüber sprang, um seinen Verfolgern zu entkommen. Wir beenden den Tag auf unserem heutigen Campingplatz auf dem Fjell in Høvringen.
- Start/Ziel: Øye – Høvringen
- Gefahrene Strecke: 170 km
- Highlights: Synshorn Wanderung, Hulderstigen Wanderung und Ridderspranget
- Wanderung:
- Gipfeltour zum Synshorn: 4,6 km, 450 Hm, Dauer: 2,5 h. Mein persönlicher Favorit der Reise
- Wanderung Hulderstigen: 5,5 km, 70 Hm, Dauer: 1,5 h. Einfach, aber wunderschön
- Bonustipp: Ab Høvringen See gibt es weitere schöne Wanderungen (Parkgebühr 50 NOK)















TAG 4: Auf Moschusochsen-Suche am Dovrefjell
An Tag vier hieß es früh losfahren, denn mehr als 200 Kilometer und rund vier Stunden Fahrzeit lagen vor uns, bevor wir uns nachmittags auf die gebuchte E-Bike & Hike Tour in Andalsnes begeben wollten.
Mit dem Dovrefjell nehmen wir einen Umweg in Kauf, denn hier gibt es die Chance, wilde Moschusochsen zu sichten. Aufgrund von Zeitgründen, entscheiden wir uns gegen die Wanderung zum architektonisch beeindruckenden Aussichtspavillon Snøhetta, sondern folgen den Tipps von Freunden und entdecken letztendlich in der Nähe des Rastplatzes Grønbakken zwei Exemplare Mochusochsen! Zwar weit weg, aber immerhin! Ein Gänsehautmoment mitten in der norwegischen Wildnis.
Nach diesem Erlebnis brauchen wir erstmal eine Stärkung. Wir machen einen kurzen Troll- und Waffelstopp bei Dovregrubbens Hall und besuchen danach sogar noch ein zweites Café, das zauberhafte Café Bokhandelen, in dem ich mir ein leckeres Sandwich gönne.
Weiter geht die Fahrt am Lesjaskogsvatnet vorbei zur fotogenen Kyllingbrua-Brücke, auf der Winterszenen für Harry Potter gedreht wurden. Gerade noch rechzeitig erreichten wir Andalsnes für unsere geführte, fünfstündige E-Bike & Hike Tour gemeinsam mit anderen Norway Nomads Reisenden. Von Andalsnes aus folgen wir mit dem E-Bike dem Romdalsfjord und radeln durch blühende Sommerwiesen bergauf ins Vengedalen, ein unberührtes Hochgebirgstal. Dort tauschen wir die Räder gegen die Wanderstiefel und machen uns auf den kurzen Aufstieg zum Litlefjellet, der uns mit atemberaubenden Panoramablicken auf die Trollwand Trollveggen und den türkis leuchtenden Fluss Rauma überrascht. Einfach nur wow! Nachdem wir dieselbe Strecke zurückgenommen, erwartet uns noch ein letztes Highlight: Unser Campingplatz direkt unterhalb der Trollwand. Was für ein Tag!
- Start/Ziel: Høvringen – Åndalsnes
- Gefahrene Strecke: 219 km
- Highlights: Moschusochsen beobachten im Dovrefjell, Cafépausen
- Tourtipp: E-Bike & Hike Tour, Buchung vorab nötig (bei uns über Travelbase gebucht)
- Tipps für Moschusochsen:
- Dovrefjell/Snøhetta: Beobachtungspavillon nach 1,5 km Fußweg
- Rastplatz Grønbakken fahren, dort größere Chance auf Moschusochsen
- Café-Tipp:
- Dovregubbens Hall für leckere frische Waffeln und Trolle (draußen)
- Café Bokhandelen in Dombas
- Fotostopps unterwegs: Kyllingbrua (Harry-Potter-Winterszenen)

















TAG 5: Ein trolliger Tag
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Trolle: Wir erwachten auf unserem Campingplatz mit fantastischem Blick auf die Trollwand, trafen die verrücktesten Trollexemplare und fuhren den Trollstigen. Aber von vorne: Für den Morgen hatten wir die Wanderung zum Rampestreken vorgesehen, wollten aber um Zeit zu sparen die Seilbahn nehmen. Großer Fehler: In meiner morgendlichen Müdigkeit realisierte ich zu spät, dass die Retourfahrt nicht 5,60 € sondern 56 € (natürlich in NOK) pro Person kostete! Oben angekommen mussten wir feststellen, dass der Rampestreken, der Aussichtspunkt für den wir hier hochgefahren waren, 20 min treppab bedeutete. Und das steil bergab. Die Treppenstufen wurden einst von Sherpas aus Nepal angelegt. Schließlich angekommen beim Rampestreken entschädigte die spektakuläre Aussicht auf den Romsdalsfjord und die umliegenden Berge für diesen teuren Reinfall. Da wir für unser Gefühl sowieso bereits halb den Berg hinabgestiegen waren, entschieden wir uns, den Rest hinabzusteigen.
Wieder unten In Andalsnes angekommen, solltest du definitiv einen Zwischenstopp im wunderschönen Café Sødahlhuset machen. Bei uns gab es einen Kaffee und eine Zimtschnecke to go für die nächste Wanderung. Zudem lohnt es sich, in Andalsnes die kuriose, kleine Kapelle in einem alten Eisenbahnwaggon am Bahnhof zu besichtigen.
Weiter ging die Fahrt zum Trollstigen, der berühmten Panoramastraße mit ihren elf spektakulären Haarnadelkurven. Bevor wir die „Trollleiter“ (so die Übersetzung von Trollstigen) befuhren, machten wir noch Bekanntschaft mit einigen ulkigen Trollen, unter anderem ein Babytroll mit Eis, ein dreiaugiger Troll und ein cooler Motorrad-Troll. Mit Zwischenstopp an einigen Aussichtspunkten schlängelten wir uns im Schneckentempo den vielbefahrenen und teilweise sehr schmalen Trollstigen empor und genossen die Aussichten unterwegs. Oben angekommen, ließen wir den Touristentrubel bei den Aussichtsplattformen erst einmal links liegen und machten uns an die Wanderung zum Bispevatnet, einem türkisblauen Bergsee oberhalb vom Trollstigen. Sobald wir auf den Wanderweg einbogen, herrschte wieder komplette Ruhe, sogar oben am Gletschersee, den wir ganz für uns alleine hatten und mit einer Zimtschneckenpause gebührend zelebrierten. Anschließend ging es über eine Brücke, kleinere Schneefelder und mit fantastischen Aussichten zurück zum Parkplatz.
Von dort aus reihten wir uns in die Besucherschlangen ein und besuchten die Aussichtspunkte über dem Trollstigen, die wirklich sehr schön sind, und ich knipse mit etwas Wartezeit sogar DAS Foto vom Aussichtspunkt ohne Menschenmassen.
Weiter geht’s zu unserem letzten Tagesziel, der Schlucht Gudbrandsjuvet, die der Fluss Valldøl an dieser Stelle beeindruckend ausgeschliffen hat. Direkt daneben liegt das Café mit spektakulärem Blick auf die Schlucht, das wir aufgrund der späten Stunde beinahe für uns selbst haben.
- Start/Ziel: Åndalsnes – Gudbrandsjuvet
- Gefahrene Strecke: 70 km
- Café-Tipp: Sødahlhuset in Andalsnes und Gudbrandsjuvet Café in Gudbrandsjuvet
- Wanderung:
- Wanderung zum Rampestreken: 1,5 Std. bergauf, 1 Std. runter, 680 Hm, 3 km pro Strecke, sehr steil, Seilbahn als teure, aber schnelle Alternative
- Wanderung zum Bispevatnet See: 2,5 Std., 4,6 km, 340 Hm, spektakulär und einsam
- Fotostopps:
- Kuriose Kapelle im alten Eisenbahnwaggon in Andalsnes
- Troll-Figuren auf dem Weg zum Trollstigen
- Schlucht Gudbrandsjuvet

















TAG 6: Ein Highlight jagt das nächste am Geirangerfjord
Dieser Tag ist eine Ansage: 240 Kilometer und mehr Highlights, als in einen Tag passen. Bereits nach der Fähre nach Eidsdal wurde die Strecke zu einer einzigen, nonstop Aneinanderreihung an Aussichtspunkten.
Am Ørnesvingen, der Bergstraße mit elf Haarnadelkurven zwischen Geiranger und Eidsdal, genossen wir den ersten Blick über den Geirangerfjord, bevor wir in Geiranger einen Kaffee im Café Olé tranken. Wegen eines Kreuzfahrtschiffs war es dort ordentlich voll, aber ein kurzer Spaziergang lohnt sich trotzdem.
Danach folgte Fotostopp auf Fotostopp, begleitet von Reisebussen, von denen sich die die Aussichtsplattform Flydalsjuvet und der mautpflichtige Geiranger Skywalk Dalsnibba besonders lohnen. Weiter ging es zum wunderschönen See Djupvatnet und dem Breiddalen Valley Lookout, an dem wir eine entspannte Mittagspause mit Blick auf ein rotes Holzhäuschen, Berge und See machten.
Weiter geht’s zum mächtigen Wasserfall Øvstebrufossen mit seinen Aussichtspunkten. Das wunderschöne Café Gamlebutikken pa Hjelle, das als nächstes auf unserer Liste stand, hatte leider Ruhetag. Wie schade! Also geht unsere Fahrt weiter zur Wanderung des Tages: zum Bergbauerhnhof Rakssetra. Der Weg zum Bauernhof geht erbarmungslos steil stetig bergauf. Doch oben angekommen, wurden wir gebührend entlohnt mit einem wahnsinnig schönen Blick auf den Nordfjord, mit einer handvoll bunter Holzhäuser und entspannt mümmelnder Schafe im Vordergrund. Und aufgrund der widerum späten Stunde hatten wir diese Idylle ganz für uns alleine. Was für ein gewaltig schöner Ort, um unsere Norwegen Rundreise zu beenden!
- Start/Ziel: Gudbrandsjuvet – Vassenden
- Gefahrene Strecke: 240 km
- Fotospots:
- Ornesvingen Viewpoint
- Flydalsjuvet Viewpoint
- See Djupvatnet
- Geiranger Skywalk Dalsnibba (erreichbar über eine mautpflichtige Straße)
- Breiddalen Valley Lookout
- Wasserfall Øvstebrufossen
- Café-Tipp:
- Olé in Geiranger
- Café Gamlebutikken pa Hjelle, vorher Öffnungszeiten checken
- Wanderung zum Bergbauernhof Rakssetra (ca. 2 Std.)














TAG 7: Ankunft in Bergen
Der letzte Tag führte uns über 177 Kilometer und rund drei Stunden zurück zu unserem Campingplatz im Norden von Bergen. Nach dem Laden des Autos und der Fähre Lavik hieß unser Motto: möglichst wenige Stopps, um in Bergen selbst so viel Zeit wie möglich zu haben.
Nachdem wir unser Auto nochmals getankt und gesäubert hatten, setzten wir uns in den Bus, der uns in 20 min nach Bergen brachte, wo es heute, wie so oft regnete.
Dort angekommen, gönnte ich mir erst einmal einen Kaffee und einen Brownie (gut, aber der Karottenkuchen war ein Traum!) im Det Lille Kaffekompaniet, bevor wir von meiner Reisebegleitung Sabrina erstellte, rund sechs Kilometer lange Walking Tour durch die Altstadt unternahmen. Das historische Viertel Bryggen mit seinen bunten Holzhäusern und dem Hafen lag selbstverständlich auf unserer Route. Die Fahrt mit der Standseilbahn auf den Berg Fløyen ließen wir regenbedingt bleiben und entschieden uns nach unserer Wanderung kreuz und quer durch die Innenstadt, den Abend und die Reise, gemeinsam mit anderen Norway Nomads Reisenden bei Bergen Streetfood ausklingen zu lassen. Der perfekte Abschluss für eine abenteuerliche Woche voller Fjorde, Wasserfälle und Serpentinenstraßen.
- Start/Ziel: Vassenden – Bergen
- Gefahrene Strecke: 177 km
- Bus statt Auto in die Stadt: Buslinie 300 ab Haltestelle Haukåsvegen (5 Gehminuten vom Campingplatz), Fahrtzeit ca. 25 Min., Takt alle 20-30 Min., Tickets vorab über die Skyss Billett App kaufen
- Café-Tipp: Det Lille Kaffekompaniet
- Restaurant/ Bar-Tipp: Bergen Streetfood, ein Gebäude mit Streetfoodständen
- Wanderung: Walking Tour durch Bergen, ca. 6 km















Was muss ich beim Autofahren in Norwegen beachten?
- In Norwegen gilt Rechtsverkehr, das Abblendlicht ist rund um die Uhr Pflicht, auch tagsüber
- Tempolimits, sofern nicht anders ausgeschildert: innerorts 30 bis 50 km/h, außerorts 80 km/h, auf Schnellstraßen und Autobahnen 90 bis 110 km/h
- Alkohol am Steuer wird sehr streng kontrolliert, es gilt die 0.02% Promillegrenze.
- Bußgelder sind extrem hoch, eine Geschwindigkeitsüberschreitung kann schnell über mehrere hundert Euro kosten, und wird automatisch der Hauptfahrerin oder dem Hauptfahrer zugestellt
- Die Nutzung von Fähren in Norwegen funktioniert automatisch und unkompliziert über Kennzeichenerkennung. Mietwägen sind automatisch registriert, so auch bei Norway Nomads, bei denen die Fährennutzung im Preis inklusive ist. Wissenswert hier ist auch, dass Elektroautos günstigere Fährtarife und Mauttarife bezahlen.
- Wer mit dem eigenen Auto anreist, muss sich vorab für die allgemeine Straßenmaut registrieren. Zudem musst du dich separat für die Fährennutzung registrieren. Bei der Nutzung von vielen Fähren und einem längeren Aufenthalt empfiehlt sich aufgrund von Rabatten Autopassferje, Kurzentschlossene/ Kurzreisende können Epass24 nutzen.
- Norwegen hat eine hervorragend ausgebaute Ladeinfrastruktur für Elektroautos, täglich einmaliges Laden (meist 20-25 Min. an einem Schnelllader) reicht für die üblichen Etappen völlig aus.
- Parken ist an Hauptstraßen nur auf ausgewiesenen Flächen erlaubt, achte auf die Farbzonen: gelb (max. 1 Std.), grau (max. 2 Std.) und braun (max. 3 Std.). Kostenlos ist Parken selten, meistens zahlst Du per Easypark App oder Automat.
- Mautstraßen und mautpflichtige Aussichtsstraßen wie zum Dalsnibba solltest Du einkalkulieren, sie sind aber fast immer ihr Geld wert
- Einige Panoramastraßen sind je nach Jahreszeit gesperrt, informiere Dich vor der Abfahrt über den aktuellen Straßenzustand.
- Wer durch Norwegen reist, muss Tunnel lieben. Sie sind oft die schnellere, aber weniger spektakuläre Alternative zu den Passstraßen, wäge je nach Zeit und Wetter ab.



Norwegen Rundreise: E-Auto vs. Verbrenner
Brauchst Du für eine Norwegen Rundreise unbedingt ein Elektroauto? Nein, aber wenn du über einen Mietwagen nachdenkst, solltest du dies definitiv in Erwägung ziehen. Und das schon alleine aus Preisgründen: Das Laden von E-Autos ist sehr günstig, die Mautgebühren für Elektroautos sind niedriger oder komplett kostenfrei und auch Fähren sind deutlich günstiger. Die Ladeinfrastruktur im Land ist sehr gut ausgebaut und einmal tägliches Laden (meist nur 20 bis 25 Minuten an einem Schnelllader) reicht für die üblichen Tagesetappen völlig ausreicht. Unser E-SUV hatte eine Reichweite von rund 350 Kilometern, was für die Distanzen auf dieser Route mehr als komfortabel war. Und weil in Norwegen die Spritpreise ohnehin gesalzen sind, ist das Laden noch dazu die deutlich günstigere Variante. Wir haben für eine komplette Woche Laden umgerechnet 135,- Euro (Stand Juni 2026) bezahlt.
Was muss ich einpacken für meine Norwegen Rundreise mit Norway Nomads?
- Eigenes Besteck, Taschenmesser
- Spülmittel, Schwamm und Geschirrtuch
- Salz, Pfeffer und Olivenöl
- Handtücher und Geschirrtücher
- Matratzenbezug und Kissenbezüge
- allerbeste Ohrstöpsel
- Wärmflasche (je nach Jahreszeit)
- Moskitospray, Sonnencreme und Kopfbedeckung
- Erste Hilfe Set
- Headlamp
- USB-C zu USB-A Adapter fürs Auto (unser Auto hatte nur USB-C -Anschlüsse)
- Powerbank
- Roadtrip Playlist und Podcasts
- Klamotten für alle Wetterlagen, besonders auch für Regen
- Badesachen
- Flipflops zum Duschen
- Wanderschuhe
Geld sparen auf einer Norwegen Rundreise
Norwegen ist unglaublich teuer. Diese Tipps haben uns geholfen, das Budget trotzdem im Rahmen zu halten:
Ein Essenspaket bei Travelbase hinzubuchen mit 3 Mahlzeiten täglich (vegetarisch oder mit Fleisch, 110,- Euro pro Person)
- Snacks wie Studentenfutter oder Riegel teilweise schon von Zuhause mitbringen
- Ein E-Auto. Nicht nur geringere Kosten für Laden statt Tanken, sondern auch für die Nutzung von Fähren. Wir haben für eine ganze Woche Laden umgerechnet 135,- Euro gezahlt.
- Übernachtungen auf einfachen Campingplätzen und Wildcamping (hier die Regeln beachten!) statt Hotels wählen.
Hast Du noch Fragen zur 7 Tage Norwegen Rundreise mit Norway Nomads? Schreib sie mir gerne in den Kommentaren!
Vielen Dank an Norway Nomads für die Einladung zu dieser Reise. Meine Meinung und meine Begeisterung bleiben meine eigene.




