Deutschlands schönste Heide-Wanderung: Der Heidschnuckenweg

Deutschlands schönste Heide-Wanderung: Der Heidschnuckenweg

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Der Sand knirscht leise unter unseren Schuhsolen während wir uns unseren Weg durch ein wahres Heidemeer bahnen. Immer wieder bleiben wir stehen und bewundern die rosafarbene Pracht, die vor unseren Füßen beginnt. Schnuckelige Heidedörfer mit reetgedeckten Fachwerkhäusern säumen unseren Weg und laden zu einer Rast ein. Außer dem gelegentlichen fernen Hufgeklapper der Pferde hören wir nichts außer den Geräuschen der Natur. Sehr entspannt!

Wir sind unterwegs auf dem Heidschnuckenweg in der Lüneburger Heide, Deutschlands schönste Heide-Wanderung. Warum sich dieser lohnt und welche Etappe ich empfehlen kann liest Du in diesem Beitrag:

Der Heidschnuckenweg: Was ist das?

Der Heidschnuckenweg ist ein 223 km langer, in 13 Etappen unterteilter, Wanderweg durch die Lüneburger Heide, welcher die 30 schönsten Heidelandschaften der Nord- und Südheide miteinander verbindet und dabei durch den Regionalpark Rosengarten, Naturpark Lüneburger Heide und Naturpark Südheide führt. Benannt ist der Heidschnuckenweg übrigens nach den Heidschnucken, der in der Heide ansässigen Schafrasse, der man mit etwas Glück auf der Wanderung begegnet.

Deutschlands schönste Heide-Wanderung Der Heidschnuckenweg in der Lüneburger Heide
Die Namensgeber des Heidschnuckenweges: Die Heidschnucken

Warum lohnt sich der Heidschnuckenweg?

Der Heidschnuckenweg ist die schönste fußläufige Verbindung von Fischbek in der Nordheide, am Rand von Hamburg, bis zur Residenzstadt Celle im Süden der Heide. Den besonderen Reiz des Weges macht die Naturbelassenheit (man wandert größtenteils auf Sandwegen) und die häufig wechselnden Naturlandschaften aus.

So führt der Heidschnuckenweg durch Flusstäler, Wälder, Wiesen, Heideflächen, urige Dörfer und an bedeutenden Kulturstätten vorbei. Die Schönheit des Weges wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: Bereits zur Einweihung 2012 erhielt er den Titel  “Qualitätsweg des Deutschen Wanderverbandes” vom Deutschen Wanderverband, gefolgt vom 3. Platz bei der Wahl  “Deutschlands schönste Wanderwege 2013” und dem 1. Platz der 2. Etappe des Heidschnuckenweges von Buchholz in der Nordheide bis Handeloh bei der Wahl “Deutschlands schönste Wanderwege 2014”.

 

Beste Wanderzeit für den Heidschnuckenweg

Wie Du Dir wahrscheinlich denken kannst ist die beste Zeit zum Besuch der Heide, wenn diese in ihrer vollen Pracht erstrahlt und blüht. Dies ist normalerweise in den Monaten August und September der Fall, wobei sich das witterungsbedingt von Jahr zu Jahr etwas verschieben kann. Ich bin bisher immer mit Anfang September sehr gut gefahren. Den genauen (teilweise täglichen) Stand der Heideblüte verrät der Heide-Barometer. Doch auch ein Besuch im Herbst, Frühling oder Winter hat sicher auch seine Reize.

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Wandern auf dem Heidschnuckenweg: Welche Etappe nehme ich?

Die 223 km lange Strecke des Heidschnuckenwegs ist in 13 Etappen von 7 bis maximal 27 km unterteilt, die höchste Erhebung ist 169 m. Somit ist der Heidschnuckenweg für jeden Wandertypen etwas. Sportliche Wanderer schaffen die gesamt Strecke in 10 Tagen. Genusswanderer erfreuen sich an den Einkehrmöglichkeiten in den urigen Heidedörfern. Und auch Familien mit Kinderwagen und Hund kommen auf den ebenen Wegen und teilweise kürzeren Strecken voll auf ihre Kosten.

Für welche der Etappen man sich entscheidet hängt letztendlich davon ab, was man (sehen) möchte.

Eine Übersicht aller Etappen findest Du hier, alle Highlights entlang der Strecke findest Du hier.

Die 2. Etappe von Buchholz in der Nordheide bis Handeloh wurde wie oben bereits erwähnt 2014 zum schönsten Wanderweg Deutschlands ausgezeichnet.

Für Wochenendwanderungen bieten sich beispielsweise auch zwei Rundschleifen entlang des Weges an, eine davon führt durch die Behringer Heide und Osterheide, die andere durch die Oberoher Heide und auf den Haußelberg.

Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Für all diejenigen, die wie wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, ist das Heide-Shuttle eine ideale Erfindung. Die Etappen 2 bis 6 des Heidschnuckenweges sind nämlich von Mitte Juli bis Mitte Oktober mit einer Kombination von Metronom, Heidebahn Erixx und den Ringbuslinien des Heide-Shuttles einfach zu erreichen. Und das Beste: Das Heide-Shuttle ist kostenlos! Alle Tipps zur Anreise findest Du hier.

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Die 4. Etappe des Heidschuckenweges: Undeloh – Niederhaverbeck

Aufgrund unseres Ausgangspunkts Bremen und der Tatsache, dass wir uns mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bewegten, entschieden wir uns für die 4. Etappe des Heidschnuckenweges, eine 14 km lange Strecke über das Radenbachtal und seine Heideflächen, das autofreie Wilsede, den Wilseder Berg mit seinem Panoramablick bis hin nach Niederhaverbeck.

Anreise von Bremen nach Undeloh

Unsere Reise startete in Bremen. Von dort nahmen wir den Metronom nach Tostedt, einer der Orte, die auf dem 2. Ring des Heide-Shuttles liegen. Beim Heide-Shuttle handelt es sich um einen Linienbus mit Fahrradanhänger, denn man kann den Heidschnuckenweg (oder viele andere Routen) auch mit dem Fahrrad erschließen.

Undeloh

Undeloh ist einer der Zugangsorte nach Wilsede, welches mit seiner autofreien Idylle Anzugspunkt vieler Tagesausflügler ist, die sich wandernd, radelnd oder mit der Pferdekutsche ihren Weg nach Wilsede bahnen. Hinter den hübschen Fassaden der Backstein-Fachwerkhäuser Undelohs verbergen sich daher hauptsächlich touristische Einrichtungen. Süß fand ich die Teestube, die aber leider zum Zeitpunkt unseres Besuchs am Morgen noch geschlossen hatte. Ebenfalls geschlossen hatte das Heide-Erlebniszentrum, welches neben einem Museum zur Entstehung der Heidelandschaft auch einen kleinen Laden und ein Café beherbergt. Schade, nächstes Mal dann.

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Das Radenbachtal

Hinter dem Heide-Erlebniszentrum (genauso wie beim Dorfteich) in Undeloh schlängelt sich ein kleiner Weg zum Heidschnuckenweg. Dieser ist durchgängig beschildert und durch das weiße “H” auf schwarzem Grund wiedererkennbar. Wir lassen das Dorf immer weiter hinter uns und betreten das Radenbachtal, ein sanft geschwungenes Tal, welches durch das Zutun des gleichnamigen Radenbachs entstand und zu den ursprünglichsten und schönsten Heidetälern zählt. Die Landschaft ist von Heideflächen übersät und bietet durch das stetige Auf und Ab immer wieder neue Ausblicke und Perspektiven. Wer Glück hat erspäht unterwegs die zur Landschaftspflege eingesetzten Kühe oder gar Wildpferde.

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Der Pastor Bode Weg

Der Pastor Bode Weg ist dem Heidepastor Wilhelm Bode (1860-1927) gewidmet. Dieser setzte sich unermüdlich für den Erhalt der Heide ein, was den Ankauf des Totengrunds und die Gründung des Vereins Naturschutzpark zur Folge hatte und die Grundlage für das heutige Naturschutzgebiet schuf. Zu seiner Amtszeit wanderte der Pastor fast täglich von seiner Pfarrei in Egestorf nach Wilsede. Heute kann man auf dem Pastor-Bode-Weg seinen Spuren folgen, welche einen über einen glucksenden Bach und durch einen moorigen Wald führen.

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Deutschlands schönste Heide-Wanderung Der Heidschnuckenweg in der Lüneburger HeideWilsede

Wilsede ist wohl eines der bekanntesten Heidedörfer und erfreut sich mit seinem Flair, den wunderschönen, original erhaltenen Häusern und seiner autofreien Lage mitten in der Heide großer Beliebtheit. Das war nicht immer so: Wilsede wurde 1287 erstmals erwähnt und bestand lange Zeit lediglich aus 4 Höfen. Erst 1750 bekam das Dorf eine Schule, später folgten ein Armenhaus und eine Försterei. Wer mehr über die Geschichte des Dorfes und der Umgebung wissen möchte besucht das Heidemuseum “Dat ole Huus”. Wilsede wird bis heute bewohnt, die knapp 40 Bewohner arbeiten im Fremdenverkehr, in der Forstwirtschaft und Landschaftspflege. Kurios: In Wilsede gibt es keine Straßenbeleuchtung, daher genießt man hier noch den Sternenhimmel ganz ohne den Einfluss von künstlichem Licht.

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Wilseder Berg

Mit seinen 169 Metern ist der Wilseder Berg der höchste Berg der nordwestdeutschen Tiefebene. Und wie es sich für einen echten Berg gehört, bietet er eine tolle Aussicht auf die weiten, blühenden Heideflächen, die mit 230 qkm übrigens als die größten zusammenhängenden Europas zählen. Der Wilseder Berg ist eines der ersten Grundstücke, die Pastor Bode 1910 erwarb und steht seit 1921 unter Naturschutz. Da auch um den Wilseder Berg Verkehr weit zu suchen ist, genießt man hier die Ruhe nahezu ungestört.  

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Tipps für den Heidschnuckenweg in der Lüneburger Heide:
  • Den genauen Routenverlauf der 4. Etappe des Heidschnuckenweges findest Du hier
  • Der Heidschnuckenweg ist durchgängig mit dem Schriftzug Heidschnuckenweg oder einem weißem “H” auf schwarzem Untergrund gekennzeichnet.
  • Da die Einkehrmöglichkeiten auf dem Heidschnuckenweg begrenzt sind sollte man auf jeden Fall ausreichend Wasser und Proviant für eine Wanderung mitbringen.
  • Wer mehrere Etappen des Heidschnuckenweges wandert, für den lohnt sich der Heidschnucken-Wanderpass. Entlang des Heidschnuckenweges gibt es 14 Stempelstationen, ab 6 Stempeln gibt es einen Heidschnucken-Pin in Bronze, ab 10 in Silder, ab 14 in Gold
  • Von Wilsede aus bietet sich ein 1 km langer Abstecher zum Totengrund an, eines der schönsten Heidetäler der Lüneburger Heide. Hierzu folgt man in Wilsede dem E1 oder dem Wanderweg “Lila Krönung”.

 

Wie hat Dir der Ausflug in die Lüneburger Heide gefallen? Bist Du bereits eine andere Etappe des Heidschnuckenweges gewandert? Verrate es mir in den Kommentaren! 

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Kerstin
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Kerstin hat schon früh gemerkt, dass es sich lohnt, über den "Tellerrand" hinaus zu blicken und ihr Herz inzwischen an viele Orte verloren. Auf paradise-found.de schreibt sie von ihren Reiseerlebnissen, (versteckten) Lieblingsorten und gibt wertvolle Reisetipps.

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