Manchmal braucht es keine Anreise, um sich weit weg zu fühlen. Diese Erfahrung durfte ich vor Kurzem wieder machen. Meine Reise ging in die niederländische Provinz Overijssel. Dort traf ich auf stille Wasserwege, bei denen man nur das Vogelgezwitscher und das eigene Paddel hört. Schwimmende Landschaften, die bei jedem Schritt mitwippen. Und ein Dorf, das im Wasser verschwand. Willkommen im Nationalpark Weerribben-Wieden, einer Ecke der Niederlande, von der ich vor meinem Besuch ehrlich gesagt noch nie gehört hatte. Und das, obwohl ich bereits seit 15 Jahren in den Niederlanden lebe. Wie konnte das bloß passieren?!
Nationalpark Weerribben-Wieden – unbekanntes Paradies bei Giethoorn
Während alle Welt ins malerische Giethoorn, das „Venedig des Nordens“ und vermeintlich „schönste Dorf der Niederlande“ pilgert, liegt direkt nebenan ein kleines, verborgenes Naturparadies, in dem das Leben spürbar langsamer tickt. Statt überfüllter Kanäle, Gedränge und Touristenboot-Staus findet man hier Natur pur, Stille und sogar Otter.
Zwei Tage lang habe ich den Nationalpark Weerribben-Wieden und seine Umgebung erkundet. Was bei mir noch lange nachgehallt hat: das Gefühl, endlich wieder runterzukommen.
Wissenswerte Fakten über den Nationalpark Weerribben-Wieden
- Mit mehr als 10.000 Hektar ist der Nationalpark Weerribben-Wieden das größte zusammenhängende Niedermoorgebiet Nordwesteuropas.
- Das gesamte Labyrinth aus Seen, Gräben, Schilfgebieten und Moorwäldern wurde größtenteils von Menschenhand geformt, durch Torfgewinnung und Schilfanbau.
- Der Fischotter ist das Wahrzeichen des Nationalparks. Nachdem dieser im Jahr 1988 ausgestorben war, feierten die Fischotter im Jahr 2002 ein eindrucksvolles Comeback. Inzwischen leben hier wieder um die 100 Fischotter, die größte Population in den Niederlanden.
- Auch der seltene Schmetterling Großer Feuerfalter fühlt sich im Nationalpark wohl und wird aktiv geschützt.
- Teile der Landschaft schwimmen buchstäblich auf dem Wasser.
- Der Nationalpark ist ein Paradies für Ruhesuchende, Ornithologen, Kanuliebhaber, Wanderer und Radfahrer.
Die Geschichte des Nationalpark Weerribben-Wieden
Vom Torfabbau zur schwimmenden Landschaft
Was heute wie unberührte Wildnis aussieht, ist das Resultat jahrhundertelanger harter Arbeit. Ab dem Mittelalter wurde in dieser Region Torf gestochen – erst zum Heizen und Kochen, später auch zum Verkauf. Über kleine, beladene Torfschiffe gelangte der Brennstoff von De Wieden bis nach Blokzijl und Zwartsluis und von dort über die ehemalige Zuiderzee weiter ins Land. Bis ins frühe 20. Jahrhundert sicherte der Torfhandel hier Arbeit und Einkommen.
Doch das Stechen von Torf hinterließ tiefe Spuren in der Landschaft. Wo einst Moor war, blieb offenes Wasser zurück. Diese sogenannten Wieden, die großen Wasserflächen, gaben der Region am Ende sogar ihren Namen.
Und dann passierte etwas, das ich besonders faszinierend finde: Schilfpflanzen begannen, sich vom Ufer aus über das Wasser auszubreiten. Ein schwimmendes Geflecht aus Wurzeln und Wasserpflanzen entstand, die sogenannte Kragge oder Drijftil. Mit der Zeit wurde dieses Geflecht so dicht, dass man tatsächlich darauf laufen konnte. Steht man darauf, spürt man den Boden unter den Füßen federn. Schwimmendes Land, auf Niederländisch Trilveen genannt. Verrückt, oder?
Das verschwundene Dorf Beulake
Eine Geschichte aus der Region hat sich mir besonders eingeprägt: Bei einer Flut der ehemaligen Zuiderzee verschwand 1776 das Torfstecherdorf Beulake fast vollständig. Bei einer weiteren Überschwemmung 1779 verloren auch die letzten Häuser ihren Kampf gegen das Wasser. Nur der Kirchturm ragte noch bis etwa 1825 aus dem Wasser. Bis heute erzählt man sich Geschichten von Kirchenglocken, die bei Sturm läuten sollen, und von Lichtern, die Schiffer angeblich unter Wasser gesehen haben. Ein Kunstwerk in der Form eines Kirchturms erinnert noch heute an die Stelle, an der das Dorf versank.
Die Entstehung des Nationalparks
Als die Torfgewinnung zum Erliegen kam, wuchs das Bewusstsein dafür, wie wertvoll diese Landschaft aus ökologischer Sicht eigentlich geworden war. Bereits 1992 entstand daraufhin der Nationalpark De Weerribben mit rund 3.500 Hektar. 2009 wurde er schließlich mit dem angrenzenden Gebiet De Wieden zu einem einzigen Nationalpark von mehr als 10.000 Hektar zusammengelegt. Genau dieser Zusammenschluss erklärt auch, warum der Park heute so weitläufig ist, und warum es gleich zwei Anlaufstellen für Besucher gibt: das Buitencentrum De Weerribben, das von Staatsbosbeheer verwaltet wird, und das Bezoekerscentrum De Wieden, das in der Verantwortung von Natuurmonumenten liegt. Die beiden Anlaufstellen liegen circa eine halbe Autostunde voneinander entfernt.
Tipps für den Nationalpark Weerribben-Wieden
Ausgangspunkt Buitencentrum Weerribben
Kanufahren mit dem Ranger
Vom Buitencentrum De Weerribben aus ging es mit Boswachter Egbert ins Kanu. Während wir durch enge Wasserläufe und vorbei an Schilflandschaften paddelten, erzählte er von der Verlandung, also dem natürlichen Prozess, bei dem offenes Wasser langsam wieder zu Land wird, und davon, wie der Mensch über Jahrhunderte hinweg diese Landschaft mitgeformt hat. Genau hier wird klar: Was sich wie unberührte Natur anfühlt, ist eigentlich ein sorgfältig koordinierter Balanceakt zwischen Mensch und Wildnis. Es war spannend zu hören, wie die Kulturlandschaft in Stand gehalten, wie mit invasiven Pflanzenarten umgegangen und was zum Schutz der Otter und des Großen Feuerfalters unternommen wird.
Durch den Einsatz engagierter Mitarbeiter und Freiwilliger kann man im Nationalpark heutzutage der Natur zuliebe nur noch Elektroboote und Kanus mieten. Ich bin total begeistert von den kleinen Wasserstraßen, den bewaldeten und schilfbewachsenen Ufern und als Egbert mir erzählt, dass es hier auch mehrtägige Kanutouren gibt, gehe ich mental bereits meinen Kalender durch, wann ich Zeit finden kann für ein solches Abenteuer.
Tipps für das Buitencentrum Weerribben
- Das Buitencentrum Weerribben befindet sich im Hoogeweg 27a in Ossenzijl. Im Jahr 2027 wird dort ein European Wetland Center eröffnet.
- Kanus, Flüsterboote, Schaluppen und Fahrräder kannst du in der Nähe des Buitencentrum Weerribben, beim Recreatiecentrum de Kluft mieten.
- Es gibt 3 verschiedene ausgeschilderte Kanu- oder Boottouren:
- Ossenzijlroute (7 km)
- Kalenbergroute (8 km)
- Weerribbbenroute (14 km)
- Das Buitencentrum Weerribben bietet ebenfalls Aktivitäten an. Ein besonderes Erlebnis scheint die Bootsfahrt zur Sternwarte („Vaartocht naar de sterrenwacht“) zu sein, wie ich aus Erzählungen vernommen habe.
- Für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren ist ein 500 – 1500 m langer Kabouterpad (Zwergenpfad) angelegt.
- Direkt beim Buitencentrum beginnt eine 3,2 km lange, mit roten Pfeilen ausgeschilderte Wanderroute, die dich durch die „Weerribben im Kleinen“ führt.
- Eine mehrtägige Kanutour in den Weerribben-Wieden kannst du entweder als Kanutour mit Zelt oder als mit Kanutour mit Übernachtungen in B&Bs gestalten.






Ausgangspunkt Bezoekerscentrum De Wieden
Wandern und entdecken
Rund um das Besucherzentrum De Wieden führen zwei Wanderwege, ein 900 m langer, rollstuhlfreundlicher Weg und ein 2,3 km langer, etwas abenteuerlicherer und mit Ziehflößen unterbrochener Weg, durch die unterschiedliche Landschaftstypen des Nationalparks. Ich empfehle, erst den kurzen Weg zu nehmen und anschließend den längeren. Die kürzere Route verdeutlicht den Wandel der Kulturlandschaft und das Leben der Menschen im Laufe der Zeit anhand von Infotafeln. Auf der längeren Route kannst du besonders gut den wippenden Boden spüren, mit etwas Glück Spuren der nachtaktiven Otter entdecken und Ausschau halten nach dem Kirchturm-Denkmal im Wasser, welches dem versunkenen Dorf Beulake gedenkt.
Neben den Wanderrouten gibt es noch jede Menge rund um das Bezoekerscentrum zu erleben: Für die Kleinen ist ein Naturspielplatz angelegt und ein interaktiver Ausstellungsbereich in einem der hübschen, ehemaligen Torfstecherhäuser. Zudem können im Bezoekercentrum Kescher gemietet und anhand einer wunderschön bebilderten Karte gefangene Insekten bestimmt werden.
Ein Tipp für alle, die einen Besuch des Nationalparks mit Giethoorn verbinden wollen: Zwischen dem Besucherzentrum De Wieden (Haltestelle Sint Jansklooster) und Giethoorn gibt es zweimal täglich eine Bootsverbindung mit dem Waterbus.
Tipps für das Bezoekerscentrum De Wieden
- Das Bezoekerscentrum De Wieden befindet sich im Beulakerpad 1 in Sint Jansklooster.
- Direkt hinter dem Besucherzentrum starten zwei Wanderwege: Der 900 m lange rollstuhlfreundliche Drijvend landpad und der 2,3 km lange, mit Ziehfähren verbundene Moeraspad. Bei nassem Wetter, empfehle ich für die längere Wanderung wasserdichte Schuhe.
- Alles, was du über den zwischen zweimal täglich von Ende April bis September verkehrenden Wasserbus zwischen dem Bezoekerscentrum und Giethoorn wissen musst, liest du auf dieser Seite von Natuurmonumenten.
- Zwischen April und Oktober werden verschiedenen Aktivitäten und Bootsfahrten vom Besucherzentrum aus angeboten. Das Programm findest du auf der Veranstaltungsseite von Natuurmonumenten (niederländisch).








Kuchenglück bei der Theeschenkerij de Wieden
Nach jede Menge frischer Wanderluft hatte ich mir die Pause redlich verdient. Wie gut, dass in einem der ehemaligen Torfstecherhäuschen neben dem Bezoekerscentrum De Wieden ein zuckersüßes Café untergebracht ist. Bei der Theeschenkerij de Wieden wird wirklich alles selbst gemacht, vom Kuchen bis zum Mittagesssen. Besonders empfehlenswert: Der „Wieden Verrassingslunch“ (Überraschungslunch), welcher aus einem Holzbrett mit Suppe und 5 herzhaften Leckereien (in meinem Fall vegetarisch) bestand. Dieser war so geschmackvoll und göttlich, dass ich nicht anders konnte, als das „Gebaksplankje“ mit 4 kleinen süßen Köstlichkeiten ebenfalls zu kosten. Und was soll ich sagen? 13 von 10 Punkten.
Falls du etwas Regionales probieren möchtest, kann ich auch die Wentelteefjes aus friesischem Zuckerbrot empfehlen.
Tipps für die Theeschenkerij de Wieden
- Die Theeschenkerij de Wieden befindet sich auf dem Gelände des Bezoekerscentrum De Wieden und ist vom 1. April bis zum 1. November von Mittwoch bis Sonntag von 10:00 – 17:00 Uhr geöffnet.
- Bei vorheriger Reservierung ist ein High Tea möglich. Stelle ich mir herrlich vor!


Besteige die Hogwarts-Treppe im Watertoren Sint Jansklooster
Unweit des Besucherzentrums de Weerribben-Wieden ragt ein 1931 gebauter alter Wasserturm in den Himmel. Ursprünglich speicherte er 400.000 Liter Wasser für die Umgebung. Seit 2014 dient er als Aussichtsturm und überrascht mit einer Treppe, die mich ein wenig an die „Bewegliche Treppe“ aus Harry Potter erinnert hat. Der Aufstieg lohnt sich allein schon für diesen kleinen Hogwarts-Moment. Architektur-Interessierte werden sich am Baustil des Turms, im Stil der Amsterdamer Schule mit Backstein und einer ausdrucksstarken Kuppel erfreuen.
Tipps für den Watertoren Sint Jansklooster
- Der Wasserturm befindet sich im Barsbeek 6 in Sint Jansklooster und ist fußläufig vom Bezoekerscentrum de Wieden.
- In den Sommermonaten ist dieser samstags geöffnet und kann im Rahmen von jeweils 2 geführten Touren besichtigt werden. Tickets können online gekauft werden.



Radtour mit dem Deelfiets
Spontan, unabhängig und bequem: Für meine Radtour durch den Nationalpark habe ich ganz auf das Deelfiets gesetzt, wörtlich übersetzt „Teilfahrrad“. Zur Nutzung braucht es nur die Deelfiets Nederland App, mit der man sich unkompliziert an verschiedenen, auf der App angegebenen Stationen ein E-Bike ausleihen kann. Der praktische Handyhalter sorgt nicht nur dafür, dass man unterwegs navigieren kann, sondern lädt das Handy während der Fahrt auch auf. Für kürzere Stopps unterwegs kann man das Rad unkompliziert abschließen. Diese Flexibilität, einfach loszufahren, ohne Plan und ohne Verpflichtung, zurück zum Ausgangspunkt zu müssen, hat meine Radtour in den Weerribben unglaublich entspannt gemacht.
Tipps für den E-Bike Verleih mit Deelfiets Nederland
- Um im Nationalpark Weerribben-Wieden unkompliziert ein E-Bike zu mieten, solltest du dir die Deelfiets Nederland App (auch auf deutsch) herunterladen. Dann gehst du zu einer auf der App angegebenen Station und leihst mit den in der App angegebenen Schritten unkompliziert ein E-Bike aus. Abgerechnet wird nach Nutzungsdauer.
- Ich habe mein Deelfiets bei der Station Leeuwte 78 in Sint Jansklooster abgeholt, in der Nähe des Bezoekerscentrum de Wieden. Hier kannst du alle Standorte sehen.
- An den Deelfiets-Stationen ist eine ausführliche Karte mit möglichen Routen und Tipps vorhanden.
- Der Nationalpark verfügt über mehr als 550 Kilometer ausgeschilderte Rad- und Wanderwege, die du mit dem Knotenpunktsystem flexibel selbst zusammenstellen kannst.
- Wenn du es lieber bequem magst, wählst du eine der drei vorgefertigten Themarouten: Rondje De Wieden (61 km), Rondje Weerribben (54 km) oder das Weldadig Rondje (39 km).
- Mit dem Ecowaterbus, einem geräuscharmen Elektroboot, lässt sich die Radtour wunderbar mit dem Wasser kombinieren.
- Auf der kostenlosen Weerribben-Wieden App (auch auf deutsch) findest du weitere Tipps und Routen



Ein Spaziergang durch Vollenhove
Vollenhove lag einst an der Zuiderzee und war eine erfolgreiche Fischer- und Handelsstadt und erhielt mit dem Bau von Schloss Toutenburg im 14. Jahrhundert sogar eine bischöfliche Residenz. Vom Schloss ist heutzutage lediglich eine Ruine geblieben und Vollenhove ein beschauliches 4000-Einwohner-Städtchen. Nichtsdestotrotz empfehle ich einen Spaziergang durch die Gassen der Stadt und den wunderbar grünen Park Oldruitenborgh, in dem sich die Ruine von Schloss Toutenburg versteckt.






Sommer auf dem Teller beim Paviljoen Zwemlust
Zur Stärkung nach meinem Rundgang durch Vollenhove radelte ich zum Paviljoen Zwemlust, der mich sofort mit seiner Architektur und Lage begeistert hat. Schon 1933 stand hier das erste Paviljoen Zwemlust direkt am Strand von Vollenhove, der damals noch an die Zuiderzee grenzte. 2025 ist Zwemlust an genau dieselbe Stelle zurückgekehrt. Ein Stück Geschichte, das hier ganz bewusst wieder zum Leben erweckt wurde – inklusive Strand. Bei Nojito Erdbeer (alkoholfreiem Erdbeermojito), fruchtig-frischem Burrata-Pfirsich-Salat und Blick aufs Wasser konnte mein Abend dort kaum schöner enden.
Tipps für den Paviljoen Zwemlust
- Der Paviljoen Zwemlust befindet sich im De Voorst 6 in Vollenhove und ist Donnerstag ab Nachmittag und Freitag bis Sonntag ganztätig geöffnet.
- Bei gutem Wetter Badesachen nicht vergessen!
Sternegucken bei der Sterrenwacht de Weerribben
An einem besonders dunklen Ort im Nationalpark haben sich Marjo und Wim ihren Traumort geschaffen. Ein Ort, in dem Yoga, Lifestyle und die Liebe zur Astronomie zusammenfließen. Ich durfte die Sterrenwacht de Weerribben, die Sternwarte des Nationalparks besuchen. Fernab von Lichtverschmutzung über die Sterne zu lernen und durch das größte öffentlich zugängliche Teleskop der Niederlande den Nachthimmel zu bestaunen, war ein wunderschöner Abschluss eines ereignisreichen Tages.
Tipps für die Sterrenwacht de Weerribben
- Die Sterrenwacht De Weerribben befindet sich im Oudeweg 113 in Ossenzijl.
- Von August bis Dezember werden in regelmäßigen Abständen Bootsfahrten zur Sternwarte angeboten. Zwischen November bis März finden regelmäßig Pulikumsabende, auch speziell auf Kinder ausgerichtete, statt.
Bed and Breakfast De Weerribben
Mit dem Bed and Breakfast De Weerribben habe ich meinen absoluten Lieblingsort und Ruhepool im Nationalpark De Weerribben-Wieden gefunden. In einer Sackgasse, von beiden Seiten von Wasser umgeben haben Janneke und Gerrit Jan auf ihrem Grundstück den perfekten Rückzugsort geschaffen. Zwei Bed-and-Breakfast-Zimmer, eines davon im alten Bootshaus, eines davon in einem Nebengebäude. Ich komme im wundervollen Bootshaus mit Blick aufs Wasser unter. „Mein“ Bootshaus verfügt über ein Badezimmer mit Toilette, eine kleine Küchenzeile mit Wasserkocher und Mikrowelle, einen Holzofen und einen Tisch mit Stühlen. Viel mehr als ein Bett mit dieser Aussicht hätte es für mich gar nicht gebraucht!




Direkt nach meiner Ankunft schnappen sich meine Gastgeberin Janneke und ich ein SUP und begeben uns auf die geschwungenen Wasserwege durch den Nationalpark. Die Nutzung von Kanus und SUP’s ist übrigens bei einer Übernachtung inklusive! Außer uns ist niemand auf dem Wasser unterwegs. Was für eine Stille. Janneke ist passionierte Wassersportlerin und SUP-Lehrerin. Sie bietet regelmäßig Kurse und SUP-Wochenenden an.
Anschließend bereiten wir gemeinsam über dem Lagerfeuer ein „Campfire-Dinner“ zu – einen köstlichen Kürbis-Linsen-Eintopf. Nicht nur unglaublich lecker, sondern ein echtes Erlebnis, das ich jedem nur empfehlen kann!


SUP-Tour im Nationalpark Weerribben-Wieden
Mein wohl allerschönstes Erlebnis im Nationalpark de Weerribben-Wieden ereignete sich frühmorgens, mit Janneke vom Bed & Breakfast De Weerribben auf dem Paddleboard. Aufgrund der besonder schönen Bedingungen, spontan um 5 Uhr morgens über das stille Wasser zu gleiten, während die ersten Sonnenstrahlen die Schilfgürtel in goldenes Licht tauchten, war einer dieser Momente, die man am liebsten festhalten würde. Nichts und niemand, außer wir, dieses Licht und dieser Moment. Ein Erlebnis, den ich noch lange in meinem Herzen tragen werde.
Tipps für das Bed and Breakfast De Weerribben
- Das Bed and Breakfast De Weerribben befindet sich in einer absoluten Naturidylle in der Wetering West 105 in Wetering.
- Ich habe im wunderbaren Bootshaus des Bed and Breakfast übernachtet, welches eine Art Studio-Apartment mit eigenem Badezimmer, Küchenzeile und Sitzgelegenheit ist. WLAN und Fernseher gibt es bewusst nicht, dafür musst du im zweiten Bed and Breakfast Zimmer unterschlüpfen.
- Im Übernachtungspreis enthalten ist die Nutzung von Kanus, SUP’s oder Kajaks. Janneke und Gerrit Jan geben dir Tipps für mögliche Routen.
- Ich kann nur empfehlen, eine SUP-Tour mit Janneke zu unternehmen. Wenn du im B&B übernachtest, kannst du auch nach den Möglichkeiten direkt vor Ort fragen.
- Das Campfire-Dinner kannst du bei deinem Aufenthalt hinzubuchen. Große Empfehlung!




Häufig gestellte Fragen:
Der Nationalpark Weerribben-Wieden liegt in der niederländischen Provinz Overijssel, im sogenannten Kop van Overijssel, nur wenige Kilometer vom bekannten Giethoorn entfernt.
Ich würde es nicht als Alternative bezeichnen, sondern als perfekte Ergänzung. Giethoorn ist sehr touristisch und gerade an Wochenenden und zu Ferienzeiten ist es dort sehr voll. Der naturreiche und ruhige Nationalpark Weerribben-Wieden sorgt für den idealen Kontrast zum Trubel. In der Hochsaison empfehle ich: Besuche Giethoorn frühmorgens oder spätabends und verbringe den Tag im Nationalpark Weerribben-Wieden. Beide Orte lassen sich sogar per Wasserbus miteinander verbinden.
Er ist mit mehr als 10.000 Hektar das größte zusammenhängende Niedermoorgebiet Nordwesteuropas. Besonders ist außerdem das sogenannte Trilveen, schwimmendes Land, das durch jahrhundertelange Torfgewinnung und natürliche Verlandung entstanden ist.
Es gibt zwei Anlaufstellen: das Buitencentrum Weerribben im Hoogeweg 27a in Ossenzijl, verwaltet von Staatsbosbeheer, und das Bezoekerscentrum De Wieden im Beulakerpad 1 in Sint Jansklooster, verwaltet von Natuurmonumenten. Beide liegen etwa eine halbe Autostunde voneinander entfernt.
Im Park lassen sich unter anderem Kanutouren, Wanderungen, Radtouren über das mehr als 550 Kilometer lange Knotenpunktnetz, SUP-Touren sowie Fahrten mit dem geräuscharmen Ecowaterbus unternehmen. Auch eine Sternwarte und ein historischer Wasserturm mit Aussichtsplattform gehören zu den Highlights.
Der Fischotter ist das Wahrzeichen des Nationalparks. Nachdem er 1988 als ausgestorben galt, kehrte er 2002 zurück, heute leben wieder rund 100 Tiere im Park. Da Otter nachtaktiv sind, lassen sie sich eher selten direkt beobachten, ihre Spuren findet man aber mit etwas Glück im Nationalpark.
Offenlegung: Vielen Dank an das Das Andere Holland für die Einladung zu dieser Recherchereise. Meine Meinung und meine Begeisterung bleiben meine eigene.




