Silvester in Schweden

Silvester in Schweden: Elche, Schnee und Bullerbü

eingetragen in: Allgemein, Europa, Schweden | 6

Im Jahr 2010/2011 verbrachte ich mein bisher schönstes Silvester im schwedischen Lönneberga. Lönneberga? Seit Astrid Lindgrens Lausebuben Michel, der in Schweden übrigens Emil heißt, ist dieses Örtchen wohl jedem bekannt. Uns verschlug es eher durch Zufall, genauer gesagt durch eine Bekannte, die dort ein Häuschen besitzt, dorthin. Bis dato war mir unbekannt, dass ein Dorf mit dem Namen in Wirklichkeit existierte.

Lönneberga

Abenteuerliche Anreise

Der Winter 2010 war einer der harten, kalten und schneereichen. Eigentlich verrückt, bei solch einem Wetter einen Road Trip von Tübingen in Süddeutschland über Klostermansfeld und Hamburg, über die Fähre nach Dänemark und die Brücke nach Schweden zu unternehmen.

 

 

1.491 km und zwei komplette Tage ging die Fahrt mit dem heimischen Familienbussle und einer deutsch-holländischen Besatzung von 7 Mann. Das Gefühl, um 2 Uhr nachts endlich in unserem Häuschen in Lönneberga anzukommen war unbeschreiblich. Chaotisch-peinlicher Zwischenfall: 10 km vor dem 1. Etappenziel auf der Autobahn liegen zu bleiben weil der Tank leer ist.

Anreise

Wieder Kind sein in Bullerbü

Wie so viele Kinder ließ ich mich früher nur zu gerne von Astrid Lindgrens Heile-Welt-Geschichten über die Kinder von Bullerbü gefangen nehmen. Als ich erfuhr, dass es das kleine Dorf, das als Inspiration für den Mittel-, Nord- und Südhof diente wirklich gibt musste ich mir das anschauen. In Wirklichkeit heißt Bullerbü Sevedstorp und hat ganze 10 Bewohner. Im Sommer tummeln sich in hier große und kleine Astrid Lindgren-Fans, im Winter jedoch ist Sevedstorp ausgestorben. Der perfekte Ort für eine wilde Schaukelpartie gefolgt von einer ausgelassenen Schneeballschacht.

BullerbüBullerbü Bullerbü

Schneespaß in Schweden

Im deutschen Winter sieht man schon mal Schnee, aber bis übers Knie ragt dieser selten. Das Kind in uns kam beim Anblick dieser weißen Pracht wieder zum Vorschein. Eiszapfen-Gefechte, Schneeballschlachten, Plastiktüten-Schlittenfahrten und Schneeengelwettbewerbe. You name it, we did it!

Schneespaß Schneespaß

Mit Elchen kuscheln

Nur 45 min von Lönneberga entfernt befindet sich ein besonderer Elchpark. Im Skullaryd Elchpark sieht man die legendären Wahrzeichen Schwedens nicht nur durch einen Zaun, sondern kann tatsächlich mit ihnen kuscheln. Zur Fütterungszeit kamen wir am Elchpark an, wurden zusammen mit Eimern voller Apfelstückchen in einen Anhänger verfrachtet und los ging die Fahrt ins Elchgehege. Langsam kamen die majestätischen Tiere auf uns zugeschritten und steckten zuerst zögernd dann aber immer mutiger ihre Nasen zu uns in den überdachten Anhänger. Sanft nahmen Sie die Apfelstückchen aus unseren flachen Handflächen. Ein besonderer Moment, so nah in Kontakt mit diesen Tieren zu sein.

Skullaryd ElchparkSkullaryd Elchpark

Silvester in Schweden

Das Besondere an diesem Silvester war, dass es eben nichts besonderes war. Einer von vielen schönen Tagen bzw. Abenden mit Raclette, Wein, Spielen und viel Gelächter. Feuerwerk? Gab es keines! Aber war das schlimm? Keineswegs! Der Start ins neue Jahr in der Gesellschaft von guten Freunden ohne Silvester mehr Bedeutung zu geben als es tatsächlich hat – meiner Meinung nach die ideale Art und Weise, ein neues Jahr zu begrüßen.

Silvester in Schweden

Wo hast Du Dein schönstes Silvester gefeiert? Und was machte es zu etwas Besonderem?

 

Folge Kerstin:
Kerstin hat schon früh gemerkt, dass es sich lohnt, über den "Tellerrand" hinaus zu blicken und ihr Herz inzwischen an viele Orte verloren. Auf paradise-found.de schreibt sie von ihren Reiseerlebnissen, (versteckten) Lieblingsorten und gibt wertvolle Reisetipps.

6 Responses

  1. Steffi
    | Antworten

    Hallo Kerstin!
    Ein großartiger Bericht und super Bilder!
    Das mit der Jahreszahl finde ich prima :-)
    So richtig viel Schnee würde ich auch gerne mal wieder erleben.
    Ich glaube, da ist gerade ein neues Reiseziel auf meine Wunschliste gekommen.
    Danke, für Deinen schönen Beitrag zur Blogparade!
    Viele Grüße
    Steffi

    • Kerstin
      | Antworten

      Hallo Steffi! Dankeschön für Deinen netten Kommentar! Freut mich, dass Dir mein Beitrag gefällt! Haha, ja das mit der Jahreszahl kommt dabei raus, wenn man mit 7 Verrückten eine Woche in ein Haus in Schweden fährt. Oh ja, Schnee könnte ich auch mal wieder gebrauchen! Wobei, grade schau ich aus dem Fenster und die ersten Schneeflocken des Jahres hier in Holland fallen.. :)
      LG, Kerstin

  2. Jutta
    | Antworten

    Wie im Bilderbuch! Eigentlich träume ich immer noch davon, irgendwann einmal ganz entspannt ein paar Tage (oder Wochen) in so einer grandiosen Schneelandschaft zu verbringen. Bei strahlendem Sonnenschein und umgeben von rot gestrichenen Häusern. Tolle Inspiration! Sonnige Grüße, Jutta

    • Kerstin
      | Antworten

      Hey Jutta!
      Das solltest Du auf jeden Fall einmal tun! Trotz der sehr chaotischen Anfahrt haben wir dort oben eine wundervolle, entspannte Zeit verbracht. Der Schnee und die tolle Landschaft haben dazu natürlich noch beigetragen. Liebe Grüße, Kerstin

  3. Kerstin
    | Antworten

    Liebe Kerstin,
    ist es nicht großartig, dass es so viele Orte aus den Astrid Lindgren – Büchern wirklich gibt? In Bullerbü, Lönneberga und auf dem Katthult Hof war ich zum ersten Mal auf unserer Hochzeitsreise zum Nordkap im Herbst 2012.
    Im Sommer 2016 haben wir einen Campingtrip durch Südschweden gemacht und diese Orte erneut aufgesucht. Da werden Kindheitserinnerungen wach….und in Bullerbü gab’s ja sogar eine Namensvetterin von uns beiden ;-)
    Im Sommer wird dort übrigens in der alten Scheune ein kleines Café betrieben und man kann bei leckeren Wafla den Blick auf den Nord-, Mittel- und Südhof geniessen.

    Herzliche Grüße von
    Kerstin von glitzerdings.jimdo.com

    • Kerstin
      | Antworten

      Ha, das finde ich ja großartig – eine Hochzeitsreise zum Nordkap! Ja, über das Café in Bullerbü im Sommer habe ich bereits mehrfach gutes gehört, im Winter war der Hof komplett ausgestorben. Auch Michel saß in Lönneberga nicht vor seinem Schuppen sondern nur drin und wir konnten ihn nur durch das Mini-Fenster sehen. Klingt ganz danach, als ob ich nochmal dorthin muss! :) Ich bin ein riesiger Astrid Lindgren-Fan!!
      Liebste Grüße,
      Kerstin

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