Trekking für Einsteiger – 7 Blogger geben Tipps

Trekking für Einsteiger – 7 Blogger geben Tipps

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Australien ist Schuld. Und seine wahnsinnig schönen Landschaften. Australien hat meine Liebe für das Wandern geweckt. Wandern ist meiner Meinung nach die beste Art und Weise ein Land und dessen Natur wirklich zu entdecken und zu erleben. Mit dem Umzug nach Holland verstärkte sich diese Liebe nur noch. Mit meinem peruanischen Wanderbuddy Luciana durchstreife ich seit Jahren sämtliche niederländischen Wandergebiete.

 

Nur eines habe ich mir bisher nie getraut: eine Mehrtageswanderung, auch Fernwanderung oder Trekking genannt. Zu groß der Respekt und die Unwissenheit. Doch nächste Woche soll sich das Blatt wenden, denn meine erste Fernwanderung steht bevor – in Marokko. Höchste Zeit also, sich das Fachwissen der Profis einzuholen. 7 Trekking-erfahrene Blogger haben meine 5 Fragen zum Thema Trekking für Einsteiger beantwortet. Neugierig? Dann lies schnell weiter!

 

Die Profis

Christian von http://feel4nature.com/

Der Mann mit dem Bart, Christian, ist das Gesicht zu Feel 4 Nature. Neben den Hauptthemen Tauchen, Trekking, Reisen und Tauchen reflektiert Christian auf seinem Blog auch über das Thema Selbstfindung. An Trekking-Erfahrung mangelt es ihm nicht: Erst kürzlich hat Christian einen Teil des weltbekannten, 3500 km langen Appalachian Trails an der amerikanischen Ostküste zurückgelegt.

 

 

 

Doreen von http://fernsuchtblog.de/

 

Reisen, Sport, Natur – um diese Themen geht es auf fernsuchtblog.de. Als leidenschaftliche Wandersfrau und Fernsüchtige berichtet Doreen alias Isolde MaReisen ausführlich über ihre Outdoor-Erlebnisse und Backpacker-Reisen inklusive hilfreicher Tipps, Routenempfehlungen und Fotos. Wie man einen 9-tägigen Trekking-Trip durch Nepal bucht und vorbereitet erzählt Sie in diesem Beitrag.

 

 

Timo von http://www.bruderleichtfuss.com/

 

Timo ist als echter Actionliebhaber unter dem Namen Bruder Leichtfuß ständig auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Auf seinem Blog findest Du alles rund ums Thema Reisen, Segeln, Wandern, Trampen und Campen. Zum Thema Fernwandern hält Timo einen ausführlichen Beitrag mit Tipps und Tricks über Mallorca und Norwegen bereit.

 

 

Jana von http://sonne-wolken.de/ „Die Welt gehört dem, der sie genießt.“ ist das schöne Motto von Janas Blog Sonne & Wolken. Hier geht alles ums Thema Abenteuer und Genuss. Erst kürzlich ist Jana von ihrer 3-monatigen Südamerika-Reise zurückgekehrt und hat jede Menge tolle Geschichten mitgebracht. Unter anderem von ihrem 6-tägigen Trekkingabenteuer im Torres del Paine Nationalpark in Patagonien.

 

 

 

Jessie von http://bunterwegs.com/

 

Jessie vom Blog BUNTERwegs ist Abenteurerin und kreative Nomadin. Getreu ihrem Motto “Lasst uns die Welt ein Stück bunter machen” geht es bei ihr nicht nur um Outdoor und Wandern, sondern auch um Street Art. Das Thema Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine große Rolle bei Jessie. Derzeit plant Jessie ihr nächstes großes Abenteuer: Zu Fuß von Hamburg nach Kathmandu. Schon jetzt hat sie meinen Respekt!

 

 

Miri und Andy von http://bilderbummler.de/

 

Die Bilderbummler Miri und Andy beweisen, dass es sich auch mit Hund prima reisen lässt und geben jede Menge Tipps rund ums Thema Reisen und Fotografieren. Schon 6 Wochen nach dem ersten Kennenlernen wagten sie einen gemeinsamen Urlaub beim Trekking in Schweden.

 

 

 

Simon vno http://www.simonpatur.de/

 

Das Herz von Simon vom Blog Simon på tur hängt an Skandinavien. Und dort vor allem an Norwegen. Und am Wandern. Grund genug, die Wanderstiefel zu schnüren und in 140 Tagen Norwegen der Länge nach zu durchqueren. Stoff genug für einen Blog gefüllt mit Wander- und Norwegengeschichten.

 

 

 

Frage 1: Was gehört für Dich zur Grundausrüstung fürs Fernwandern/ Trekking?

Christian von Feel 4 Nature

In aller erster Linie sind das Wohl die „Großen 3“ – Rucksack, Zelt und Schlafsack. Hinzu kommen dann je nach Tour und Vorlieben (Ersatz-)Bekleidung, Kocher & Geschirr und in den meisten Fällen noch ein Möglichkeit zur Trinkwassergewinnung. Da wir ja auf unseren Touren versuchen möglichst leicht unterwegs zu sein – ist alles darüber hinaus schon eher Luxus.

 

Doreen alias Isolde MaReisen von fernsuchtblog.de

Wanderschuhe, wind- und wetterfeste Kleidung, ein bequemer Rucksack, ein Erste-Hilfe Notfallset und eine gute Wanderkarte gehören natürlich bei jeder Wanderung dazu, ganz gleich ob eintägig oder mehrtägig.

Wer mehrere Tage unterwegs, der sollte sich zudem ein qualitativ hochwertiges, leichtes Zelt (maximal 2 kg), einen für die jeweilige Jahreszeit geeigneten Schlafsack sowie einen Gaskocher zu legen. Ein sinnvolles „Add-on“ für den Gaskocher ist ein Windschutz, damit man auch bei Wind und Wetter nicht verhungern muss. Natürlich habe ich auch immer eine Taschenlampe und ein Taschenmesser dabei. Zudem gehören Nähzeug und Kabelbinder ins Gepäck, falls mal etwas kaputt geht und notrepariert werden muss, beispielsweise der Wanderschuh oder der Rucksack.

© Fernsuchtblog
Annapurna Basecamp Trek in Nepal © Fernsuchtblog

 

Timo von Bruder Leichtfuß

Das wichtigste sind sicherlich gute Schuhe und ein vernünftiger Rucksack. Ich habe meist auch ein Zelt dabei – dabei ist es extrem wichtig, dass es schön leicht ist. Das ist auch mein entscheidener Ratschlag zum Packen: So leicht wie möglich! Man stellt sich beim Packen immer die Frage, was man vergessen haben könnte. Besser wäre: Was kann ich weglassen?

 

Jana von Sonne & Wolken

Das kommt natürlich immer darauf an ob man mit dem Zelt unterwegs ist oder in Hütten übernachtet. In beiden Fällen unbedingt ins Gepäck gehört eine Rolle Tape, damit kriegt man im Notfall alles repariert. Ansonsten gilt: so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Sonst geht es einem wie Cheryl Strayed in dem übrigens sehr sehenswerten Film „Wild“.

 

Jessie von BUNTERwegs

Naja für eine Fernwanderung gehört schon einiges zur Grundausrüstung, wobei man das nie 100% pauschal beantworten kann. Es kommt auf die Tour an (also ob es z.B. Einkehrmöglichkeiten gibt usw.), aber mehr oder weniger: Rucksack, Schlafsack / Isomatte, ggf. Zelt, Wanderschuhe / -stiefel, Trekkingstöcke, Wandersocken, Wasserblase / Trinksystem, GPS-Gerät, Stirnlampe, Regenhose/-jacke oder Regenponcho, Reiseapotheke (Hirschtalg, Blasenpflaster, Tape), Taschenmesser, Kocher und Feuerzeug.

© BUNTERwegs
© BUNTERwegs

Miri und Andy von Bilderbummler

Also erst einmal sollte die Grundausrüstung qualitativ wirklich gut sein, hier macht es keinen Sinn zu sparen. Wobei man grundsätzlich natürlich auch noch mal differenzieren sollte, was für eine Art von Trekkingtour man machen möchte. In Myanmar waren wir ja lediglich zwei Tage unterwegs und noch dazu organisiert. Außer festem Schuhwerk brauchst du da  nicht viel. Unser Gepäck ist transportiert worden, wir hatten eine richtige Abendunterkunft, wo man für uns gekocht und morgens Frühstück zubereitet hat…

Wenn du allerdings alleine und auf eigen Faust in irgendwelche Abgeschiedenheiten los willst brauchst du:

  1. Das richtige Schuhwerk: gute und solide Wanderschuhe, die nicht allzu schwer und recht wasserundurchlässig sind.
  2. Den richtigen Rucksack: Während du beim Backpacken den Rucksack ja in der Regel immer nur auf dem überschaubaren Weg von A nach B auf dem Rücken trägst, hast du ihn beim Trekken wirklich voll mit zum Teil auch schweren Krams und schleppst ihn durchaus mal 6-10 Stunden auch in schwierigerem Gelände auf dem Rücken. Hier würde ich auf jeden Fall ein vernünftiges Outdoorgeschäft aufsuchen und mich beraten lassen. Falsche Eitelkeiten sid dabei unangebracht. Ob der Rucksack gut sitzt oder nicht, hängt ganz stark von deiner individuellen Körperform ab – daher macht es auch keinen Sinn einfach einen im Internet zu bestellen und sich auf gute Rezessionen oder Empfehlungen zuverlassen. Natürlich ist es auch noch wichtig, dass du zum einen nur das Nötigste einpackst und dass das dann auch noch möglichst wenig wiegt.
    © Bilderbummler
    Links: Andy, Miri und Skar auf dem Bohusleden – Rechts: Funktionsklamotten trocken schnell über Nacht © Bilderbummler
  1. Trekkingstöcke: sieht zwar doof aus, macht aber Sinn, wenn du mal durch unwegsames Gelände musst. Außerdem werden 15 Kilo auf dem Rücken irgendwann auch ganz schön schwer- dann bist du froh, wenn du zusätzlichen Halt hast. Ich hätte unsere 5 Tage durch Schweden ohne die Dinger nicht geschafft.
  2. Trekkingbesteck und -Geschirr aus Titanium zum Beispiel und ein spezielles Kochtopfset.
  3. Lebensmittel, die leicht sind und/oder viele Kalorien haben sind auch super wichtig. Auch wenn´s nicht gesund ist: Instantnudeln und -suppen sind hier gut für zwischendurch, eine dicke Trockensalami, Müsli und Milchpulver… Gewürze, Salz und Mehl passen sehr gut in
  4. Zipp-Beutel oder kleine ultraleichte Schraubverschlussdosen (gibt´s auch im Outdoorfachgeschäft).
  5. Die richtige Kleidung ist auch nicht zu verachten. Weißt du noch, wie wir damals fünf Stunden durch den strömenden Regen gelaufen sind? Da war es gut, dass wir Funktionsklamotten hatten, die über Nacht schnell wieder trocken waren.
  6. Irgendetwas zum Wasser-Entkeimen ist extrem wichtig. Wir haben nun seit einiger Zeit einen UV-Stick dafür. Du kannst ja immer nur Wasser für einen Tag mit dir rumschleppen und musst dann gucken, wo du deine Vorräte abends wieder auffüllen kannst. Das kann auch mal ein Fluss oder See sein.
  7. Die Klassiker: Isomatte, Schlafsack und Zelt. Alles auch möglichst leicht und mit kleinem Packmaß, Stirnleuchte und das Nötigste für die Körperhygiene.
  8. Feuerzeug nicht vergessen! Für den Gaskocher! Und ein scharfes Taschenmesser!

 

Simon von Simon på tur

Zur Grundausrüstung gehören für mich vor allem sinnvoll zusammengestellte Dinge. Pauschale Ratschläge sind immer etwas schwierig, da es so viele verschieden Arten von Fernwanderungen gibt. Für den Jakobsweg von Unterkunft zu Unterkunft brauche ich zum Beispiel keinen 75 Liter Rucksack, wohl aber auf einer langen Tour durch Skandinavien, da kann man solch ein Monstrum oftmals gut gebrauchen. Wichtig ist, dass man seine Ausrüstung entsprechend dem Wanderziel auswählt und anpasst. Als Grundausrüstung würde ich aber immer auf gute Wanderschuhe, einen komfortablen Rucksack und eine leichte, robuste Hardshell-Jacke setzen. Diese Dinge gestalten eine längere Tour viel angenehmer.

© Simon på tur
Die richtige Ausrüstung © Simon på tur

Frage 2: Was kannst Du in Bezug auf Schuhwahl bzw. Fuß-“Pflege“ empfehlen?

Christian von Feel 4 Nature

Die Schuhwahl ist eine ziemlich individuelle Angelegenheit – viele Fernwanderer setzen auf leichte Trailrunningschuhe; ich hingegen bevorzuge lieber einen halbhohen und festen Lederschuh, der vor allem sehr flexible ist und sich dem Fuß anpasst.

Generell ist es wichtig – gerade bei langen Touren – den Schuh mindestens eine Nummer Größer zu kaufen, denn 1. dehnen sich die Füße bei Belastung aus und 2. stößt man so beim Bergablaufen nicht mit den Zehen an – das kann auf Dauer sehr schmerzhaft sein und zu Problemen führen. Zwei gute Tipps zur Fußpflege und Vermeidung von Blasen sind – die Füße vor der Wanderung mit Hirschtalg einreiben und ein zweites dünnes paar Nylonsocken unter die Wandersocken ziehen – so tritt ziemlich sicher keine Reibung auf.

© Feel 4 Nature
© Feel 4 Nature

Doreen alias Isolde MaReisen von fernsuchtblog.de

Mittlerweile wird man online von einer Flut an Angeboten überschwemmt und die Auswahl an günstigen Wanderschuhen riesig und verlockend. Doch beim Kauf von Wanderschuhen sollten Kriterien wie Passform, Gewicht oder das Profil deutlich vor dem Preis stehen. Es bringt nichts, wenn die Wanderschuhe zum Outfit passen oder ein Schnäppchen waren, man aber bereits nach zwei Tagen so viele Blasen und Druckstellen hat, dass man keinen Schritt mehr darin laufen kann. Deshalb sollte man sich beim Kauf von Wanderschuhen ausgiebig durch geschultes Personal im Fachgeschäft beraten lassen. Ich kaufe meine Wanderschuhe übrigens immer eine Nummer größer, damit die Zehen vor allem beim Bergablaufen mehr Spielraum haben. Zudem bevorzuge ich knöchelhohe Wanderschuhe, da diese deutlich mehr Stabilität bieten. Weitere essentielle Kaufkriterien sind meiner Meinung nach auch, dass der Wanderschuh leicht und wasserfest ist. Wanderschuhe können verdammt teuer sein, doch man sollte den Kauf als langfristige Anschaffung betrachten. Lieber einmal richtig kaufen als alle zwei Jahre neu.

Bevor man sich mit seiner neuen Errungenschaft in ein mehrtägiges Fernwander-Abenteuer wirft, sollte man seine Wanderschuhe vorab richtig einlaufen. Das Wandern mit einem nagelneuen Schuh bringt nicht selten Blasen mit sich. Das ist natürlich äußerst schmerzhaft, wenn man am Folgetag bereits weiter wandern muss.

Wer mehrere Tage wandert, sollte unbedingt ein Paar Wechselschuhe für das Nachtlager mit sich führen. Am besten eigenen sich offene Latschen oder Stoffschuhe, damit die Füße sich vom Tagesmarsch erholen können. Gut sind auch ein kurzes kaltes Fußbad, beispielsweise im Bach, sowie das Pflegen der Füße mit entsprechenden Fußcremes.

© Fernsuchtblog
Wandern in Deutschland © Fernsuchtblog

Timo von Bruder Leichtfuß

Welche Schuhe man anzieht, hängt natürlich stark vom Wandergebiet ab. Was ich im Laufe der Jahre gemerkt habe: Die dicken, hohen Wanderstiefel sind nicht immer die beste Wahl. Zwar stützen die die Knöchel, was Verletzungen vorbeugt. Allerdings sind sie oft auch sehr schwer, was bei längeren Wanderungen einen großen Unterschied ausmacht. Also trage ich bei Wanderungen, die nicht zu oft über Geröll und große Unebenheiten gehen, oft nur gut gedämpfte Turnschuhe. Das erleichtert die Wanderung auf Dauer!

 

Jana von Sonne & Wolken

Ich hatte bisher immer Probleme die richtigen Wanderschuhe zu finden. Besonders bei einer Mehrtageswanderung ist wichtig, dass sie nicht drücken und keine Blasen verursachen, denn man legt ja nicht mal einfach so einen Tag Pause ein. Also immer schön einlaufen! Außerdem müssen die Schuhe für großes Gepäck ausgelegt sein und eine gute Mischung aus Stabilität und geringem Gewicht sein. Mein heiliger Gral ist seit diesem Jahr der Meindl Paradiso, den ich mir immer wieder nachkaufen würde.

© Sonne & Wolken
Torres del Paine © Sonne & Wolken

Jessie von BUNTERwegs

Bei der Schuhwahl sollte man sich ausgiebig informieren und Zeit bei der Anprobe lassen. Bevor man unterwegs ist, die Füße mit Hirschtalg und/ oder Melkfett sowie Tapes oder Pflaster präparieren.

 

Miri und Andy von Bilderbummler

Erst mal gute Socken, damit nichts schubbelt. Dann wäre es gut, wenn die Schuhe schon mal eingelascht sind. Also nicht in niegelnagelneuen Tretern direkt 5 Tage los. Tipp: Die Schuhe nachmittags anprobieren und kaufen, weil sich der Fuß ja im Laufe des Tages verändert, also dicker wird, und nachmittags hast du in der Regel immer einen guten Mittelwert. Und für Mehrtages-Trekkingtouren in unebenen Gelände macht es auch Sinn einen knöchelhohen Schuh zu nehmen, der gibt mehr Halt. Auch hier kann gute Beratung im Fachhandel helfen. Oder Online bestellen und daheim mal den ganzen Tag lang Probelaufen. Wir haben übrigens beides Meindl Schuhe und die sind super! Miri hatte früher mal die Renegade von Lowa- auch sehr klasse!

 

Simon von Simon på tur

Der Schuh ist beim Wandern der wichtigste Ausrüstungsgegenstand, daher sollte man sich umfassend informieren und beraten lassen, welcher Schuh der richtige für einen persönlich ist. Es gibt genauso viele Modelle wie unterschiedliche Füße, da hilft nur aus- und anprobieren. Nichts ist schlimmer als schmerzende Füße wegen unpassenden Schuhen, wenn man lange unterwegs ist. Und nicht verzweifeln, es gibt wirklich für jeden Fuß einen passenden Schuh.
Zur Fußpflege kann ich Hirschtalg-Creme sehr empfehlen. Die Creme ist eine Wohltat für müde Füße und beugt Blasen an den Füßen vor. Perfekt für den Abend nach einem langen Wandertag.

© Simon på tur
Das A & O – die richtigen Schuhe © Simon på tur

 

Frage 3: Was ist für Dich die genialste Erfindung im Bezug auf Fernwandern/Trekking?

Christian von Feel 4 Nature

Das ist wirklich schwer zu sagen, da ich generell nicht so ein „Ausrüstungsfreak“ bin…ich halte es am liebsten möglichst einfach. Aber wenn ich mich auf etwas festlegen müsste, dann wohl auf die Fortschritte im Bereich von ultraleichter Trekkingausrüstung. Leichte & strapazierfähige Materialen sparen eine Menge an Gewicht ein – so bringen z.B. mein aktueller Rucksack, mein Winterschlafsack und unsere 2 Personenzelt zusammen deutlich weniger als 3 Kilogramm auf die Waage…das wäre vor einem Jahrzehnt noch undenkbar gewesen.

 

Doreen alias Isolde MaReisen von fernsuchtblog.de

In Nepal bin ich mehrere Tage quer durch das Himalaya gewandert, sowohl bei praller Sonne und +30°C als auch durch Schneebedecktes Terrain. Dabei habe ich vor allem 3 Dinge schätzen und lieben gelernt, auf die ich bei keiner Fernwanderung mehr verzichten mag.

  1. Magnesium Shots! Wenn man mehrere Tage bergauf und bergab läuft, kann man noch so fit sein, der Muskelkater kommt mit 100%iger Gewissheit. Am Morgen aufzuwachen und bereits Schmerzen in Beinen und Oberschenkeln zu verspüren, bevor man sich überhaupt einen Zentimeter bewegt hat, trägt nicht gerade zur Motivation für die nächste Etappe bei. Deshalb gönne ich mir am Ende eines anstrengenden Wandertages einen Magnesium Shot, um die durchs Schwitzen ausgeschiedenen Nährstoffe auszugleichen. Magnesium gibt es bereits flüssig  in kleinen, praktischen Ampullen oder natürlich ganz „Old School“ in Tabletten Form. Durch die Einnahme von Magnesium kann man Krämpfe und Muskelkater vorbeugen und die Leistungsfähigkeit erhöhen.
  2. Mein Trinkbeutel-System für den Rucksack! Wenn ich jedes Mal erst meinen Rucksack abschnallen müsste, um an meine Trinkflasche zu gelangen, dann würde ich auf meinen Wanderungen sicherlich viel zu wenig Flüssigkeit zu mir nehmen. Wunderbar praktisch finde ich daher Trinkbeutelsysteme inklusive Schlauch für den Rucksack. Ich nutze einen 3L Trinksack von Deuter. Der Schlauch liegt über meiner Schulter und ich kann bequem beim Wandern trinken und verursache zudem keinen unnötigen Abfall.
  3. Meine Wanderstöcke! Vor Nepal hätte ich niemals geglaubt, dass Wanderstöcke es mal in meine Top 3 Trekking-Gadgets schaffen, aber bei Mehrtageswanderungen gehören sie einfach dazu. Vor allem wenn man lange Zeit bergab läuft, kann man seine Gelenke durch Wanderstöcke entlasten und läuft sicherer. Am besten finde ich Teleskop Wanderstöcke, die ich auf eine minimale Größe zusammenschieben und somit bequem an meinem Rucksack verstauen kann.

 

Timo von Bruder Leichtfuß

Ultraleichtzelte, perfekte Tragesysteme für Rucksäcke, GPS-Geräte und Multitools mit über hundert Funktionen – Outdoor-Abenteuer sind ja heutzutage schon ganz schön durchtechnologisiert. Es gibt aber ein ganz simples und richtig billiges Gadget, ohne das ich nirgendwo mehr hingehe: Einfache Netzbeutel, in denen ich meine Klamotten und Ausrüstung einsortiere. So habe ich nicht nur im Rucksack Ordnung, sondern auch im Zelt. Da finde ich es besonders wichtig, denn in meinem Mini-Einmannzelt kann man sich kaum bewegen. Da sollte man nicht lange suchen müssen, wenn man was braucht. Und so ein mit Socken, Tshirts und Unterhosen gefüllter Beutel taugt auch noch ganz hervorragend als Kopfkissen!

© Bruder Leichtfuß
Auf der Trolltunga in Norwegen © Bruder Leichtfuß

Jana von Sonne & Wolken

Ein Gaskocher. Ich bin immer wieder überrascht und begeistert, was für tolle Gerichte auf so einem Ding zaubern kann und dabei ist das Teil so winzig, dass es in jeden Rucksack passt.

 

Jessie von BUNTERwegs

Die genialste Erfindung? Das ist eine gute Frage. Speziell für Frauen stehe ich derzeit ziemlich auf den DivaCup. Spart Platz und nach ner Zeit auch eine Menge Geld.

 

Miri und Andy von Bilderbummler

Ein UV-Stick! Trinkwasser immer und überall! 🙂

© Bilderbummler
Der UV-Stick tötet jegliche Bakterien im Wasser ab © Bilderbummler

Simon von Simon på tur

Das ist schwer zu sagen. Ein Smartphone kann unterwegs schon sehr genial sein. Aber ich mag vor allem die kleinen Dinge wie mein „Berghaferl“ oder mein praktisches Sitzkissen sehr, wenn ich länger auf Tour bin. Und natürlich geht auf einer langen Tour nichts über ein Schweizer Taschenmesser.

 

Frage 4: Was sind klassische Anfängerfehler und wie kann man sie vermeiden?

Christian von Feel 4 Nature

Ein typischer Anfängerfehler ist es sicherlich, sich zu Beginn zu überschätzen – gerade was die psychische Belastung angeht. Wenn Du mehrere Tage irgendwo in der Natur unterwegs bis und bei „Wind & Wetter“ Abends Dein Zelt aufschlagen musst, obwohl Du bis auf die Haut nass bist und frierst – dann entscheidet sich, aus welchem Holz Du geschnitzt bist. Daher sollte man sich als Einsteiger im Bereich Fernwandern von den Touren her langsam steigern und vor allem mit seiner Ausrüstung vertraut sein um zusätzlichen Stress zu vermeiden.

© Feel 4 Nature
© Feel 4 Nature

Doreen alias Isolde MaReisen von fernsuchtblog.de

Selbstüberschätzung und zu wenig Vorbereitung sind meiner Meinung nach die klassischen und zeitgleich auch die verheerendsten Anfängerfehler beim Fernwandern und Trekking allgemein. Oft will man gerade als Anfänger zu viel und sucht sich zu weite oder komplizierte Strecken raus. Vor allem bei einer Fernwanderung rate ich deshalb dazu, die ersten Etappen kürzer als angenommen zu gestalten und die Länge der Strecken Schritt für Schritt zu steigern. Wandert man in der Gruppe, so sollten das Lauftempo und die Länge der Etappen auf das „schwächste“ Mitglied ausgerichtet werden. Wer sich bezüglich der Route unsicher ist, der kann sich beim ansässigen Wanderverein beraten lassen.

Ein weiterer klassischer Fehler, den bestimmt jeder Anfänger macht, ist zu viel Gepäck mitzuschleppen. Hier noch ein Schokoriegel, da noch ein T-Shirt und schon wiegt der Rucksack 15 kg und mehr. Am Ende der Wanderung wird man schließlich feststellen, dass man nicht einmal die Hälfte der Klamotten wirklich genutzt hat. Meiner Meinung nach sollte der Rucksack nicht mehr als 10 Kilogramm wiegen, damit das Wandern auch noch Spaß macht.

 

Timo von Bruder Leichtfuß

Der Fehler Nummer 1 ist wirklich die Sache mit dem Gepäck: Man sollte wirklich nur das mitnehmen, was man wirklich braucht. Dabei darf man auch ruhig bedenken: Man befindet sich in der Natur und trifft höchstens mal einen anderen Wanderer. Es ist also wirklich nicht schlimm, wenn man mal ein T-Shirt zwei Tage lang anzieht. Jedenfalls freut man sich unterwegs sehr viel mehr über 200 Gramm weniger im Rucksack als über mehr Klamotten zum Wechseln. Ein weiterer Fehler ist, beim Planen der Etappen zu ehrgeizig zu sein. Meiner Meinung nach sollte Wandern kein Kilometerfressen sein – man ist deutlich entspannter unterwegs, wenn man sich realistische Tagesziele steckt. Man sollte auch nicht vergessen, dass man unterwegs immer mal wieder länger braucht, als man gedacht hätte: Vielleicht kommt man kurz vom Weg ab, oder aber man findet Plätze, wo man einfach gerne ein wenig verweilt und die Umgebung genießt. Dafür sollte man Zeit einplanen.

© Bruder Leichtfuß
© Bruder Leichtfuß

Jana von Sonne & Wolken

Ich glaube das größte Problem beim Wandern generell aber vor allem bei Mehrtagestreks ist sich selbst zu überschätzen oder überfordern. Wer noch kein geübter Wanderer ist, sollte erst einmal mit einfachen Tageswanderungen mit wenig Steigung beginnen und sich dann langsam hocharbeiten. Besonders im Torres del Paine-Nationalpark gibt es aber immer wieder Leute, die ohne Wandererfahrung losziehen und damit sich und andere in Gefahr bringen. So sind beispielsweise durch einen unvorsichtigen Touristen weite Teile des Nationalparks einem Brand zum Opfer gefallen.

 

Jessie von BUNTERwegs

Das man sich überschätzt und zu viel zumutet. Lieber mit langsamem Tempo und leichten, kürzeren Touren beginnen und nach und nach langsam steigern. Das hilft ebenfalls dabei herauszufinden, was man an Kleidung mitnehmen muss – denn davon nimmt man gerne mal zu viel mit.

 

Miri und Andy von Bilderbummler

Erstens: Zu viel einzupacken, weil man Angst hat, was Wichtiges zu vergessen. Zweitens: Seine Tagesstrecken zu großzügig zu planen. Wir dachten uns damals: „Ach komm, 18 km eine Strecke… kein Problem!“ – Dann wurde es felsig… dann kam der Regen… dann der Schlamm… dann Schlamm auf Felsen… also wir haben an diesem Tag satte 9 km geschafft und hatten um ein Haar noch Probleme, Wasser zu finden, weil wir ja geplant hatten, dass wir nach 18 km (schaffen wir locker) einen See erreichen. Nachdem Andy scho aus einem braunen Rinnsal Wasser abgeschöpft hatte, haben wir zum Glück eine Wassertonne gefunden…

 

Simon von Simon på tur

Ein großer Fehler ist in meinen Augen, dass man sich am Anfang direkt zu viel vornimmt. Die erste Tour muss nicht immer gleich drei oder vier Wochen durch Lappland gehen. Wie überall anders auch, gilt es zunächst Erfahrungen zu sammeln und sich dann langsam zu steigern. Bevor ich zu einer monatelangen Wanderung ans Ende der Welt aufbreche, sollte man vielleicht einfach erst einmal ein paar Tage einen längeren Wanderweg in der näheren Umgebung unter die Füße nehmen, um zu sehen, ob man mit längeren Touren überhaupt zurechtkommt.

Und vor allem sollte man sich nicht von außen oder von anderen verrückt machen lassen. Jede Erfahrung, egal ob positiv oder negativ, bringt einen weiter.

© Simon på tur
© Simon på tur

Frage 5: Wie bereitest Du Dich körperlich auf ein mehrtägiges Trekking-/ Fernwander-Abenteuer vor?

Christian von Feel 4 Nature

Offen gesagt – überhaupt nicht. Die körperliche Komponente spielt beim Fernwandern, so wie ich es für mich verstehe eine eher untergeordnete Rolle und der Körper gewöhnt sich so oder so – Stück für Stück an die Belastung. Ich nehme mir bei meinen / unseren Wanderung gerne viel Zeit, genieße die Natur und laufe nur soviel wie ich es körperlich verkraften kann. Fernwandern ist für mich kein Wettkampf oder eine körperliche Herausforderung – sondern lediglich das Mittel zum Zweck um eine intensive Zeit in der Natur zu verbringen.

 

Doreen alias Isolde MaReisen von fernsuchtblog.de

Ich bin ein sehr aktiver Mensch, treibe mehrfach die Woche Sport und wandere regelmäßig an Wochenenden, ganz gleich ob Sommer oder Winter. Von daher habe ich eine gewisse Grundkondition und Muskelkraft aufgebaut. Eine richtige Vorbereitungsphase habe ich demnach eigentlich gar nicht. Vor mehrtägigen Trekkingtouren steigere ich mein Wanderpensum höchstens, zum Beispiels in dem ich das komplette Wochenende mit Freunden in den Bergen verbringe, die Tage durchwandere und nachts im Schlafsack unter freien Himmel nächtige. Sinnvoll ist es, ein paar Mal vor ab mit voll bepackten Rucksack zu laufen, einfach um festzustellen, ob der Rucksack richtig sitzt und wieviel Gepäck man sich erlauben kann.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung sind beim Wandern ebenfalls sehr wichtig. Ich habe immer getrocknete Früchte, Obst und Schokoriegel dabei, da diese unmittelbar Energie liefern. Am Abend dürfen es ordentlich Kohlehydrate sein, damit man für die Folgetage auch ausreichen Kraft tankt.

 

Timo von Bruder Leichtfuß

Ich habe da keine spezielle Vorbereitung. Wichtig ist, dass man sich generell körperlich fit hält. Ich bin zwar ein Wald- und Wiesensportler und mache keine Sportart intensiv. Aber ich bin eigentlich jeden zweiten Tag irgendwie aktiv: Tageswanderungen, Kajakausflüge, Mountainbiking, Fussball, Basketball…

 

© Bruder Leichtfuß
Im Amazonasgebiet in Ecuador © Bruder Leichtfuß

Jana von Sonne & Wolken

Ich versuche eigentlich grundsätzlich mich so fit zu halten, dass es für eine sportliche Herausforderung wie eine Fernwandertour kein spezielles Training erfordert. Natürlich sollte man kurz vor dem Ereignis noch einmal das Trainingspensum erhöhen und in den vier Wochen vorher mehrere Ganztagestouren mit möglichst ein bisschen Gepäck einplanen. Ansonsten bin ich auch auf Mehrtagestreks eher der Genusswanderer und es kommt mir weniger auf die Tageskilometer als die schönen Erlebnisse am Wegesrand an.

 

Jessie von BUNTERwegs

Ich trainiere vorher auf verschiedenen Strecken (Kilometer sowie Höhenmeter) und nach einer Zeit mit Rucksack – je nach geplanter Tour mit einem Gewicht von 5 bis 10 kg.

 

Miri und Andy von Bilderbummler

Wir haben beide eine gute Grundkondition- die sollte natürlich vorhanden sein. Wenn du ins Gebirge willst, solltest du vorher regelmäßig wandern gehen und dabei deine Strecken immer weiter ausbauen und vielleicht auch ergänzend Cardiotraining machen, sei es in Form von joggen oder eben im Fitnessstudio. Ich (Miri) bin mal den Teide (3700 Meter) hochgekraxelt. Da habe ich für lächerliche -ich weiß nicht- 8 oder 9 km? über 5 Std gebraucht, weil ich überhaupt nicht mit der Höhenluft gerechnet hatte (Anfängerfehler). Man war ich da platt, als ich oben war! Das Ganze hat aber auch ohne Vorbereitung geklappt- habe nur eben etwas länger gebraucht und war oben gefühlt scheintot 😉 .

© Bilderbummler
Ohne Stöcke kann’s schwierig werden © Bilderbummler

Simon von Simon på tur

Ich gehe vor allem Laufen, Wandern und Radfahren. Gut finde ich auch hochintensive Ganzkörpertrainingseinheiten die dem Crossfit ähneln. Das habe ich im letzten Jahr hier in Tübingen für mich entdeckt. Man ist dabei immer draußen an der frischen Luft und die Einheiten sind extrem abwechslungsreich. Ich kann es nur empfehlen, es macht riesigen Spaß und man kann sich so richtig auspowern.

 

Vielen lieben Dank allen 7 Bloggern für die Teilnahme und Beantwortung meiner Fragen. Marokko bzw. mein Trekkingabenteuer kann kommen!

Titelbild: © Fernsuchtblog

Kerstin
Verfolgen Kerstin:

Kerstin hat schon früh gemerkt, dass es sich lohnt, über den "Tellerrand" hinaus zu blicken und ihr Herz inzwischen an viele Orte verloren. Auf paradise-found.de schreibt sie von ihren Reiseerlebnissen, (versteckten) Lieblingsorten und gibt wertvolle Reisetipps.

4 Antworten

  1. Anni
    | Antworten

    Das scheint mir gerade wie ein Wink mit dem Zaunpfahl von meinem Schicksal 😀
    Ich lese gerade das Buch von Cheryl Strayed und spiele ganz heimlich eine Idee durch, den Westhighland Way in Schottland zu laufen.
    Allerdings habe ich keine Wandererfahrung und eigentlich mag ich Lauferei auch gar nicht. Also mal sehen, was aus meiner Schnapsidee wird 🙂
    Ich wünsche dir jedenfalls ganz viel Spaß und leichte Füße auf deiner Tour!!
    LG Anni

    • Kerstin
      Kerstin
      | Antworten

      Liebe Anni! Freut mich, dass mein Artikel gelegen kommt! 🙂 Erst einmal vorweg: Schottland ist ein Traum, egal wie Du es erkundest. Meiner Meinung nach ist die Erkundung eines Landes auf dem Fußweg aber eine der intensivsten Möglichkeiten es kennenzulernen. Ich selbst bin den West Highland Way nicht gewandert aber kenne Teile der Strecke. Loch Lomond und Glen Coe gehören für mich zu den Highlights. Eine Alternative wäre natürlich auch, das ganze etwas ruhiger angehen zu lassen und nur 2-3 Tage der Strecke zu wandern. Wie auch immer du Dich entscheidest, genieße es!
      LG, Kerstin

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